Pontifikat des Papstes der Mutter Gottes von Fatima geweiht

Franziskus ruft Christen auf, sich ganz Maria anzuvertrauen – Aktualität der Botschaft von Fatima betont: Umkehr zur Liebe Gottes
Foto: dpa | Pilgermassen am 13. Mai in Fatima: Wie seine Vorgänger empfahl sich der Heilige Vater der Jungfrau von Fatima. Am Mittwoch jährte sich deren Erscheinen zum 96. Mal.
Foto: dpa | Pilgermassen am 13. Mai in Fatima: Wie seine Vorgänger empfahl sich der Heilige Vater der Jungfrau von Fatima. Am Mittwoch jährte sich deren Erscheinen zum 96. Mal.

Fatima (DT/aho) Das Pontifikat von Papst Franziskus ist nun offiziell der Jungfrau von Fatima geweiht. Wie seine Vorgänger beweist Papst Franziskus damit seine enge Verbundenheit mit den Anliegen der Botschaft der Gottesmutter, die gestern vor 96 Jahren den portugiesischen Hirtenkindern Jacinta, Francisco und Lucia zum ersten Mal erschienen ist. Die Weihe vollzog der Patriarch von Lissabon, Kardinal José Policarpo, am Montag im Rahmen der Internationalen Wallfahrt zum Jahrestag der ersten Erscheinung. Die Wallfahrt stand unter dem Motto „Für Gott ist nichts unmöglich für Gott“ (Lk 1,37). Auch wenn Papst Franziskus nicht persönlich anwesend war, so war sein Bild doch gegenwärtig. Zahlreiche Pilger trugen Fotos des heiligen Vaters mit sich.

Die Jungfrau von Fatima möge das Herz des Papstes mit der Zärtlichkeit Gottes erfüllen, die sie selbst durch seinen Sohn erfahren habe, sagte Kardinal Policarpo in dem Weihegebet, das er eigens für den Papst verfasst hatte. Er stellte das Pontifikat Franziskus' als Bischof von Rom und für die ganze Welt in den Dienst der Muttergottes. Maria möge ihm die Gabe der Unterscheidung schenken und den Mut, ohne zu zögern dem Wort Gottes zu folgen, und Unterstützung in allen Schwierigkeiten, so der Kardinal. Maria möge an der Seite des Papstes sein und ihm ihre Worte vergegenwärtigen „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, was du sagst.“

Der Patriarch von Lissabon erinnerte an die Dringlichkeit der Botschaften von Fatima. Die Umkehr der Menschen zur Liebe Gottes sei auch heute notwendig: „Gott vergibt uns, weil er uns liebt.“ Die Kirche unter Papst Franziskus solle ein Ort der Umkehr und der Verzeihung sein, ein Ort, an dem sich die Wahrheit in Liebe ausdrücke. Policarpo verwies auf die Kontinuität zwischen Franziskus und Benedikt XVI., die auch in deren Beziehung zu Fatima deutlich werde. Benedikt habe nun den Weg des stillen Gebetes gewählt. Dies sei auch eine Aufforderung an die ganze Kirche, „den stillen Weg des Gebetes zu umarmen“. Die stille Zwiesprache zwischen Papst Franziskus und der Gottesmutter möge auch ihn zu der Pilgerschaft ermutigen, die im dritten Fatima-Geheimnis für den weißgekleideten Bischof angedeutet sei. Nicht allein, sondern begleitet von all den Pilgern, die ebenfalls ihr Ja wie Maria gesprochen hätten. Nach dem Weiheakt bedankte sich Papst Franziskus in Form eines Briefes, der in Fatima verlesen wurde. In diesem Schreiben dankte der Heilige Vater für die Worte des Patriarchen von Lissabon und ließ die anwesenden Pilgergruppen in unterschiedlichen Sprachen grüßen. Auf deutsch wünschte er „eine gesegnete Pilgerschaft“. Zum Ende rief Papst Franziskus jeden Einzelnen zu einer persönlichen, stillen Weihe an die Unbefleckte Empfängnis auf.

Der Eucharistiefeier in Fatima stand der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Tempesta vor. In seiner Predigt rief Tempesta alle Christen dazu auf, sich in der besonderen Hingabe an die Muttergottes von Fatima zu vereinen. Auch der Erzbischof von Rio der Janeiro hob die Kontinuität zwischen Franziskus und dessen Vorgängern auf dem Stuhl Petri hervor, die ebenfalls die Bedeutung und Aktualität der Botschaften von Fatima betont hätten. Alle Menschen seien dazu berufen, auf den Ruf Gottes zu antworten, so wie Maria dies getan habe: Ja zu sagen, den Willen Gottes zu tun, und zwar ohne Angst. Denn denen, die Gott liebten, gereiche alles zum Guten, auch die Schwierigkeiten, die sie durchleben müssten. Wie die Kinder von Fatima alle Schwierigkeiten überwunden hätten im Vertrauen auf Gott und Maria. Den Worten Gottes zu folgen, bewirke schließlich die Veränderung, zuerst des Einzelnen und schließlich einer ganzen Gesellschaft, der Welt: So wie Maria mit ihrem schlichten Ja die Welt verändert habe. Es sei sicher nötig, stark und mutig zu sein. Doch in der Gewissheit, dass Gott niemanden verlasse, brauche keiner sich zu fürchten. „Habt keine Angst“, das seien auch die ersten Worte der Muttergottes an die Hirtenkinder von Fatima gewesen.

Der feierliche Gottesdienst fand auf dem größten Kirchenvorplatz der Welt, zu Füßen des Heiligtums von Fatima statt. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich Pilger aus aller Welt eingefunden. Zur Hymne von Fatima wurde die Statue der Muttergottes, geschmückt mit weißen Rosen, über den Platz getragen. Die Pilger warfen Blüten, klatschten Beifall und winkten mit Taschentüchern, Heiligenbildchen und Devotionalien. Tags zuvor hatte Tempesta den Weltjugendtag, der in diesem Jahr in Rio de Janeiro stattfinden wird, und die Jugend der Muttergottes von Fatima geweiht und ihrer Fürbitte unterstellt.

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