PID: Neues Ethikgremium

Stuttgart (DT/KNA) Der baden-württembergische Landtag hat am Donnerstag Pläne zur Errichtung einer Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Kenntnis genommen. Zusammen mit Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und dem Saarland soll ein solches Gremium geschaffen werden. Die Kommission unterstützt demnach die „Zielrichtung des Gesetzgebers, die Behandlung nur ausnahmsweise und nur unter strengen Vorgaben zuzulassen“. Um Näheres kümmert sich jetzt das Sozialministerium. Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Gendefekte untersucht, selektiert und vernichtet. Nur ausgewählte Embryonen werden der Mutter eingesetzt. Der Deutsche Bundestag hatte nach heftigen Debatten 2011 ein Gesetz verabschiedet, das PID grundsätzlich verbietet, aber Paaren erlaubt, bei denen beide eine Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit in sich tragen oder die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Tot- oder Fehlgeburt rechnen müssen. Kritiker warnen vor einem Dammbruch.

Nach Schätzungen wird bundesweit mit rund 250 bis 300 Diagnosen pro Jahr gerechnet. Für die Umsetzung setzte der Bund im Januar eine Verordnung in Kraft. Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg richteten inzwischen eine Ethikkommission ein. Im März wurde in Lübeck das erste deutsche PID-Zentrum zugelassen. Die Landesregierung hofft, dass sich die Kommission noch 2014 konstituiert. Sie soll bei der Stuttgarter Landesärztekammer angesiedelt werden. Ihr sollen acht Fachleute – Genetiker, Gynäkologen, Kinderärzte, Juristen und ein Vertreter einer Behindertenorganisation – angehören. Die Kirchen beteiligen sich nicht, da sie die mit der PID verbundene Vernichtung von menschlichem Leben durch die Selektion von Embryonen ablehnen.

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