Pegida nun in Österreich aktiv

Wien (DT/sb) Die erste „Pegida“-Demonstration in Österreich führte am Montagabend in Wien zu einem massiven Polizeieinsatz. Rund 1 200 Polizisten trennten zwischen 350 und 500 Pegida-Demonstranten von mehreren tausend Gegendemonstranten. Kurz nach 20 Uhr erklärte die Polizei unter Androhung von Identitätsfeststellungen und Anzeigen die Kundgebung für beendet. Gegen bis zu 300 Teilnehmer auf unterschiedlichen Seiten wurde Anzeige erstattet. 13 Personen wurden festgenommen. Ermittelt wird aufgrund des Video-Materials der Polizei nun auch gegen Teilnehmer der Pegida-Demonstration wegen vermuteter Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz: Fotos zeigen Demonstranten mit zum Hitlergruß erhobener Hand sowie mit dem sogenannten „Kühnengruß“. Die Veranstalter sprachen von „Provokateuren – von links oder rechts“ und distanzierten sich von solchen Gesten. Prominentester Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Wien war der frühere Vizepräsident des österreichischen Parlaments, Martin Graf (FPÖ). FPÖ-Vorsitzender Heinz-Christian Strache bezeichnete Pegida Agenturen gegenüber als seriöse Bürgerrechtsbewegung. Er finde es ungeheuerlich, diese Menschen, die sich um die Zukunft ihrer Heimat sorgen würden, als rechtsextrem zu diffamieren. Die nächste österreichische Pegida-Demonstration ist für kommenden Sonntag in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz angekündigt.

Von den christlichen Kirchen in Österreich werde Pegida einhellig abgelehnt, sagte der Pressesprecher der ökumenischen Stiftung „Pro Oriente“, Erich Leitenberger. Der Dialog der Religionen funktioniere in Österreich „so gut wie in keinem anderen europäischen Land“. Die Pressesprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Carla Amina Baghajati, meinte in einer Stellungnahme: „Hass und Ausgrenzung sind nie ein Rezept, um eine Gesellschaft in ihrem Wir-Gefühl zu stärken. Das zeigt auch Pegida. Die aggressive und menschenfeindliche Rhetorik heizt diffuse Ängste in der Bevölkerung an, um sich dann in islamfeindlichen radikalen Parolen zu ergehen.“ Das richte sich „gegen zentrale Werte Europas wie sozialen Zusammenhalt, Pluralismus und Religionsfreiheit“.

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