Berlin

Kommentar: Dumm oder dreist

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)engagiert sich für die Abtreibungslobby. Für katholische und protestantische Wähler der C-Parteien ist das ein ernstes Problem.

Planned Parenthood Federation gilt als einer der größten Anbieter vorgeburtlicher Kindstötungen
Die International Planned Parenthood Federation gilt als einer der größten Anbieter vorgeburtlicher Kindstötungen. Foto: Stephanie Ott (dpa)

Maria Flachsbarth lässt einem die Wahl. Irgendwo zwischen dumm und dreist. Anders lässt sich der Versuch der CDU-Politikerin, ihr Engagement für die Bewegung "She Decides" (dt.: "Sie entscheidet") zu verteidigen, nicht bewerten (siehe S. 5). Dabei müsste Flachsbarth nur eins und eins addieren. Was tut eine internationale Gesellschaft, die sich "Geplante Elternschaft" ("Planned Parenthood") nennt und deren Mitgliedsorganisationen in aller Herren Länder Abtreibungskliniken unterhalten? Richtig, sie hilft Eltern, sich ihrer ungeplanten Kinder zu entledigen. Nicht durch Adoptionsvermittlung, sondern mittels Tötung im Mutterleib. Spätestens seit zehn Jahren weiß die Welt über Planned Parenthood Bescheid.

Planned Parenthood segelt vermehrt unter anderer Flagge

Damals erschien unter dem Titel "Unplanned" die Biografie der US-Amerikanerin Abby Johnson. Inzwischen wurde die aufsehenerregende Lebensgeschichte der ehemaligen Leiterin einer "Planned Parenthood"-Abtreibungsklinik, die die Seiten wechselte und sich der Lebensrechtsbewegung anschloss, verfilmt. Johnsons intime Kenntnis des Apparats, ihre über USA hinaus reichende Popularität sowie weitere Skandale, wie der Handel mit den Organen und dem Gewebe abgetriebener Kinder, der schon den US-Kongress beschäftigte, dürften mit dafür verantwortlich sein, dass die International Planned Parenthood Federation (IPPF) inzwischen vermehrt unter anderer Flagge segelt. 

So etwa unter der von "She Decides", deren deutsches Gesicht nun die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) ist. Daran, dass das BMZ die IPPF mit 12 Millionen Euro allein im Jahr 2020 fördert, mögen konfessionslose Anhänger der Linkspartei keinen Anstoß nehmen. Für katholische und protestantische Wähler der C-Parteien ist das ein ernstes Problem. Ganz besonders, wenn das deutsche Gesicht von "She Decides", auch noch Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes ist. Union und ZdK täuschen sich, wenn sie glauben, dies ließe sich einfach aussitzen. Der Vertrauensverlust ist enorm und wiegt schwer.

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