Teheran

Kommentar: Die Mullahs provozieren

Die Mullahs sind die wirklichen Desperados. Sie hoffen mit ihren Provokationen Krieg zu entfachen und dann bei Verhandlungen die Sanktionen zu beseitigen.
Drohnenangriffe in Saudi-Arabien
Foto: - (Al-Arabiya/AP) | HANDOUT - 14.09.2019, Saudi-Arabien, Buqyaq: Dieses vom Nachrichtensender al-Arabiya zur Verfügung gestellte Video-Standbild zeigt einen Mann, der über einen Parkplatz geht, während im Hintergrund Rauchwolken aufsteigen.

Das Öl fließt wieder. Für ein paar Stunden waren die Preise in die Höhe geschnellt und die Stirnfalten der deutschen Außenpolitiker in die Tiefe gesackt. Denn die wissen ja immer alles besser und diagnostizieren auch die Befindlichkeiten des US-Präsidenten bestens („äußerst schwankend“, so der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses, Norbert Röttgen). Aber es lief wie bei den anderen Provokationen der Iraner: Washington lässt sich nicht in ein Abenteuer treiben, militärische Drohkulisse und Sanktionen bleiben bestehen. Bei der Urheberschaft des Angriffs auf den weltpolitisch relevanten Ölterminal der Saudis haben die europäischen Geschäftspartner der Mullahs natürlich ihre Bedenken, es könnten ja auch Desperados aus den jemenitischen Bergen sein. Aber selbst die schiitischen Bergvölker im Jemen werden von Teheran ferngelenkt und mit Waffen gefüttert.

Die Europäer spielen bei diesem Konflikt keine Rolle

Die Europäer spielen bei diesem Konflikt keine Rolle. Sie füllen mit ihrem Gerede nur die Zeitungsspalten und Sendezeiten. Entscheidend sind das Bündnis Israels mit den (sunnitischen) Arabern und die Strategie Washingtons. Das Weiße Haus setzt auf die Wirkung der Sanktionen. Man schätzt, dass gegen Ende des Jahres das Regime in Teheran de facto pleite ist und die Versorgung zusammenbricht. Schon möglich, dass es auch länger dauern kann; die Leidensfähigkeit der Bevölkerung ist schwer berechenbar. Aber am Ende wird es Unruhen und Streit innerhalb der Mullarchie geben. Warum einen Krieg riskieren? Ein militärischer Präzisionsschlag ist freilich nicht auszuschließen.

Ziel bleibt die Vorherrschaft am Golf

Die Mullahs sind die wirklichen Desperados. Sie hoffen mit ihren Provokationen Krieg zu entfachen und dann bei Verhandlungen die Sanktionen zu beseitigen. Ziel bleibt die Vorherrschaft am Golf. Bisher hat Israel alle Versuche, einen Krieg anzuzetteln, mit Präventivschlägen gegen die Terror-Truppen der Mullahs im Libanon, in Syrien, im Gaza-Streifen und im Irak vereitelt. Auch die neue Regierung in Jerusalem wird, wer immer sie stellt, diese Linie weiterverfolgen. Und den Saudis Abwehrsysteme liefern. Auch da braucht man die Europäer nicht.

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