Klarer Kurs garantiert

Wechsel bei der „Tagespost“: Oliver Maksan folgt Markus Reder als Chefredakteur nach. Von Prälat Günter Putz
Foto: Archiv | Der neue Chefredakteur Oliver Maksan (links) und sein Vorgänger Markus Reder.

Unter den deutschsprachigen Zeitungen ist die „Tagespost“ einzigartig. Und das nicht nur, weil es im deutschen Sprachraum keine zweite katholische Tageszeitung gibt. Sondern auch, weil niemand sonst Denken und Fühlen mit der Kirche derart kompromisslos zum Programm erhoben hat wie die „Tagespost“, die der katholische Publizist Johann Wilhelm Naumann 1948 gründete. Zunächst in Augsburg und Regensburg, seit 1955 dann in Würzburg ansässig, nahm sich die Zeitung vor, Politik, Gesellschaft und Kultur durch eine katholische Brille zu beobachten. Viel hat sich in Kirche und Welt seither geändert. Doch der katholische Kompass sorgte dafür, dass das Blatt auf dem Kurs blieb, den Publizist Naumann seiner Gründung wies. Dass das so bleibt, dafür trägt in jeder Ausgabe der Chefredakteur der Zeitung die Verantwortung. Seit 2006 ist dies Markus Reder. Zum großen Bedauern von Verlag und Redaktion scheidet Reder allerdings aus gesundheitlichen Gründen auf eigenen Wunsch am 30. Juni aus. Als Nachfolger berief der Aufsichtsrat des Naumann-Verlags den jetzigen Nahost-Korrespondenten dieser Zeitung, Oliver Maksan, einstimmig zu seinem Nachfolger als Chefredakteur und Geschäftsführer. Aufsichtsrat und Herausgeber wollen so redaktionelle Kontinuität und klaren katholischen Kurs garantieren.

Mit Markus Reder verliert die Zeitung einen engagierten, hochverdienten Chefredakteur und leidenschaftlichen katholischen Journalisten. Reder, 1970 in Augsburg geboren, war der Zeitung bereits in der Zeit seines Studiums der katholischen Theologie und Germanistik verbunden. Nach seinem Studium absolvierte er ab 1997 ein Volontariat, die klassische Ausbildung zum Redakteur. 1999 trat Reder in die Redaktion der Zeitung ein. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die politische Berichterstattung. Seit 2001 sorgte er als Chef vom Dienst für die Abstimmung zwischen Redaktion, Druckerei und Anzeigenabteilung. Im April 2006 dann wurde er zum Chefredakteur und Geschäftsführer berufen. Tatkräftig entwickelte Reder das Profil der Zeitung, schärfte Inhalt und Form. 2009 erschien die „Tagespost“ in einem neuen Kleid. Die Layout-Reform setzte sich zum Ziel, das Blatt den veränderten Seh- und Lesegewohnheiten behutsam anzupassen. Das gilt auch für den Internet-Auftritt der Zeitung. 2008 veranlasste Reder eine erste Überarbeitung. Vollständig wurde die Seite jetzt erneuert. Anfang April erfolgte der Start des neuen Internet-Auftritts der Zeitung. Elegant, übersichtlich und aktuell präsentiert sich die „Tagespost“ seither unter www.die-tagespost.de. Um die katholische Publizistik und Nachwuchsförderung nachhaltig zu unterstützen, setzte sich Reder 2010 für die Gründung der Johann Wilhelm Naumann-Stiftung ein.

Nahost-Korrespondent Oliver Maksan wird Markus Reder zum 1. Juli nachfolgen. Wie Reder ist auch Maksan ein „Hausgewächs“ der „Tagespost“. 1979 in Nördlingen in Bayern geboren, studierte er katholische Theologie und Philosophie in Eichstätt, Paris, Rom und München. Nach seinem Studienabschluss arbeitete Maksan zunächst in der Presseabteilung des Katholischen Militärbischofsamtes in Berlin. Im Oktober 2007 dann begann er sein zweijähriges Volontariat bei der „Tagespost“. 2009 wurde er Redakteur der Zeitung und begleitete in der Folge vor allem deutsche Innenpolitik. Im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings wurde schnell klar, dass die Auswirkungen für die Christen und andere religiöse Minderheiten des Nahen Ostens vor allem negativ sein würden. Die nachfolgenden Entwicklungen bestätigten diese Einschätzung. Um den Lesern der „Tagespost“ Informationen aus erster Hand bieten zu können, wurde Maksan deshalb zum 1. Februar 2012 als Korrespondent dieser Zeitung nach Jerusalem entsandt. Seither berichtet er über Religion und Politik aus dem Heiligen Land und der Region. Zahlreiche Reisen führten ihn in die Länder der arabischen Welt zwischen Marokko und Irak.

Aufsichtsrat, Verlag und Redaktion wünschen Markus Reder von Herzen Gottes Segen für eine schnelle und vollständige Genesung. Ausdrücklich sei ihm für sein vorbildliches Wirken und seinen unermüdlichen Einsatz gedankt. Seinem Nachfolger Oliver Maksan aber sei das Glück des Tüchtigen und Gottes Schutz für seine neue Aufgabe gewünscht. Auch bald siebzig Jahre nach ihrer Gründung spielt die „Tagespost“ eine einzigartige Rolle bei der innerkirchlichen Meinungsbildung und dem Gespräch mit der säkularen Gesellschaft über katholische Positionen. „Die ,Tagespost‘ ist wichtig. Gut, dass es sie gibt“, meinte Papst Benedikt einmal. „Sie ist unverzichtbar für die katholische Medienlandschaft.“

Prälat lic. theol. Günter Putz ist Domdekan in Würzburg und Herausgeber der Tagespost.

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