„Keine Zone für Salafisten“

Düsseldorf (DT/KNA) Nach den Raubzügen von extremistischen Salafisten in deutschen Kirchen verlangt die CDU-Opposition in Nordrhein-Westfalen ein konsequenteres Einschreiten von Innenminister Ralf Jäger (SPD) gegen die islamistische Szene. „Es ist abscheulich, dass die Verdächtigen sogar in Kirchen eingebrochen sind, um mit dem Diebesgut die Gräueltaten ihres sogenannten Heiligen Krieges zu finanzieren“, sagte der CDU-Innenexperte Theo Kruse. NRW dürfe „nicht weiter eine Wohlfühlzone für kriminelle Salafisten sein“. Diese haben in Deutschland offenbar zahlreiche Raubzüge in Kirchen und Schulen verübt, um mit den Verkauf des Diebesguts Dschihadisten in Syrien zu unterstützen. Dies wurde nach einer bundesweiten Razzia und der Festnahme von neun beschuldigten Personen am Mittwoch aus Kreisen der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden in Düsseldorf bestätigt. Bei der Razzia waren 40 Wohnungen durchsucht worden, wie es hieß. Ein Teil der Festgenommenen, denen Anwerbung für die Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ (IS) vorgeworfen wird, stammt aus dem Großraum Köln. Weitere Beschuldigte kommen laut NRW-Innenministerium aus Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, erklärte vor Journalisten, die festgenommenen Salafisten stünden im Verdacht, mit Einbrüchen und groß angelegten Spendensammlungen islamistische Terrorkämpfer in Syrien unterstützt zu haben. Zudem soll das von der Polizei zerschlagene Netzwerk auch die Ausreise gewaltbereiter Salafisten aus Deutschland in Kriegs- und Krisengebiete organisiert haben. Derzeit würden an Rhein und Ruhr etwa 40 solcher „salafistischer Szenen“ vom Verfassungsschutz beobachtet. Insgesamt registrierten die Behörden in NRW gegenwärtig 1 800 Salafisten. Etwa 250 dieser Männer von 18 bis 29 Jahren gelten als gewaltbereit. Neben der Missionierung von Anhängern hätten sich die salafistischen Netzwerke in der Vergangenheit darauf konzentriert, „unter dem Deckmantel der Humanität“ Spenden zu sammeln, erklärte Freier. Dschihadisten in Syrien seien in den zurückliegenden Monaten von Salafisten aus Deutschland „mit mehreren hunderttausend Euro“ unterstützt worden.

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