Gröhe: Mutiger Christ sein

München (DT/KNA) In der Debatte um das kulturelle Zusammenleben in Deutschland hat CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zu einem selbstbewussteren Umgang mit der christlichen Tradition aufgerufen. Es täte „dem Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religion in diesem Land gut, wenn wir uns wieder selbstverständlicher zur christlich geprägten Tradition unseres Landes bekennen würden“, sagte Gröhe laut Vorabmeldung im Interview des Nachrichtenmagazins „FOCUS“. Ein „unzureichendes Selbstverständnis“ fördere Angst vor dem Fremden. Zugewanderte Muslime irritiere viel eher die „Religionsvergessenheit hierzulande“ als „ein Zuviel an christlicher Prägung“, fügte der CDU-Politiker hinzu. „Muslime in Köln stört nicht der Kölner Dom, sondern eher der Sex-Shop nebenan.“ Auch in kommunalen Einrichtungen will Gröhe der christlichen Kultur einen Platz verschaffen: „Christliche Symbole müssen auch im öffentlichen Raum, beispielsweise in unseren Schulen, ihren Platz haben“, sagte der CDU-Generalsekretär. In Kindergärten sollten die christlichen Feste gefeiert und erklärt werden. Diese Feste prägten hierzulande die Kultur und die Werte – über den persönlichen Glauben hinaus. „Halloween zu feiern, den Reformationstag oder Allerheiligen aber zu verschweigen, ist falsch“, erklärte das Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Kinder sollten beispielsweise am 11. November „etwas über Sankt Martin und seine Hilfsbereitschaft erfahren, statt ein inhaltsleeres Laternenfest zu begehen“. Zugleich plädierte der CDU-Generalsekretär für ein gutes Miteinander der Religionen. „Gerade weil ich den radikalen Islamismus für eine überaus gefährliche Bedrohung unserer westlichen Lebensweise halte, trete ich für ein gutes Miteinander mit der überwältigenden Mehrheit der friedliebenden Muslime ein“, erläuterte Gröhe. Von den muslimischen Verbänden forderte er einen stärkeren Einsatz gegen Gewalt-Exzesse.

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