Glosse: Würden wir kucken, echt!

Von Johannes Seibel

Kuck da, die Senta Berger. Mein Gott, was hat die für eine tolle Figur! Und das Kleid, ein Traum, das spielt schon leicht ins Bronzene hinein, gewagt und doch seriös. Von wem das wohl ist? Wie alt ist die? Was, siebzig? Kaum zu glauben, kein Fältchen im Gesicht.

Ach, und hier, der Backes, der vom „Nachtcafé“ im Fernsehen. Du weißt schon, im Südwestrundfunk. Gut schaut er aus. Wer ist das denn neben dem Backes? Die Roth? Was macht die? Ah, die ist von den Grünen. Wie die lacht. Hatte die nicht mal einen Lockenkopf? Nein. Du meinst, die sind schon immer platt? Egal. Pumperlgesund schaut sie aus.

Und da, der Trittin. Warum der immer so verbissen ist? An sich ist der ja schon attraktiv, so rein als Mann. Und reden kann er, klingt hanseatisch, wie Helmut Schmidt. Aber die Haare, die müsste der färben, wie früher der Schröder. Das Grau, das macht knitterig. Da sieht der doch schon wie siebzig aus. Was, der ist erst siebenundfünfzig?

Kuck, kuck, da, da, ganz hinten, neben der von der Leyen, der Rehhagel. Hat ja gestern noch gegen die Bayern was auf die Hucke gekriegt. Das ist ein Haudegen. Der macht's richtig. Die Haare sind gefärbt, richtig schön kräftig schwarz. Das gefällt seiner Beate. Wo ist die überhaupt? Wie, die darf da nicht mit? Das muss aber auch nicht sein.

Und da, der Appelt. Was der hier wohl zu suchen hat? Ne, ne, der passt da nicht hin. Das ist doch ein Prolet. Den mag doch keiner. Oooh, der Liefers. Den mögen alle. Ist das auch nicht süß, sein halbes Leninbärtchen? Kuck, jetzt steht er bei der Berger. Ein hübsches Pärchen. Und da kommt der Wedel, der Regisseur.

Was für ein schöner Sonntag! Wenn doch nur jeden Sonntag Bundesversammlung wäre! Würden wir kucken, echt, jeden Sonntag.

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