Glosse: So schaffen wir die Krise!

Von Stephan Baier

Jetzt geht's los! Falls Sie bisher den Eindruck hatten, unsere Regierenden hätten das bisschen Krise nicht im Griff, dann passen Sie jetzt kommenden Sonntag mal auf, denn da retten die zum EU-Gipfel vereinten 27 Staats- und Regierungschefs Griechenland, die Banken und den Euro. Die EU-Kommission lässt weniger als einen „umfassenden Plan“ einfach nicht mehr gelten. Merkel und Sarkozy sind so was von entschlossen! Am Sonntag wird die Weltformel verkündet. Ein paar Details nennen wir Ihnen exklusiv bereits heute: 1) Wenn die Griechen ihren Müll nicht sofort wegräumen (30 000 Tonnen liegen nach gewohnt seriösen griechischen Hochrechnungen derzeit in Athen herum), wird eine EU-Troika eingesetzt, unter deren Aufsicht die Müllabfuhr von Istanbul zur Nachbarschaftshilfe eingeladen wird. Dann räumen eben die Türken in Griechenland auf! 2) Wenn die Druckmaschinen der Europäischen Zentralbank nicht schnell genug drucken können, um unsere armen Banken zu rekapitalisieren, dann werden alle Bankdirektoren in der Euro-Zone ermächtigt, eigenhändig eine weitere Null auf jeden Geldschein zu schreiben, dessen sie habhaft werden. 3) Alle Staatsbürger werden aufgerufen, ihren statistischen Anteil an den Staatsschulden – für Deutsche derzeit pro Kopf 25 300 Euro, für Österreicher 28 700 – bis Sankt Nikolaus an ihren Finanzminister zu überweisen. Die dadurch ersparten Zinszahlungen zieht der Staat denen, die pünktlich überweisen, anteilsmäßig von der Steuer ab. 4) Alle Waren „Made in China“ werden mit einem Sonderzoll (Stichwort „Sondermüllentsorgung“) belegt. Bei einem Handelsdefizit zwischen der EU und China von 170 Milliarden Euro jährlich rechnet sich das. Und solange Putin in Russland herrscht, können die Chinesen wohl kaum in Europa einmarschieren.

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