Glosse: Hilfe für Wintermuffel

Im Jahreszeitenquartett nimmt der Winter eine Sonderstellung ein. Man duldet ihn längstens zwei Monate bis Ende Februar, dann aber soll er sich schleunigst aus dem Staub respektive Schnee machen. Und überhaupt: Schnee! Ab März hat der nur noch etwas in den Hochalpen verloren, aber nichts mehr vor der gemeinen Haustüre. Sogar die Kinder werden schon seit Generationen dazu angehalten, in dem Lied „Winter – dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht – ade“ ihrer Freude über sein Abrücken Ausdruck zu verleihen. Ein Lied, das über derart subversive Ohrwurmqualitäten verfügt, dass es ein Leben lang abrufbar ist. Das ist aber immer noch nicht alles. Inzwischen kann man sich sogar in Meinungsumfragen als Wintermuffel outen. Die „Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung“ (GfK) in Nürnberg ist diesbezüglich im Auftrag der „Apotheken Umschau“ aktiv geworden und hat Bemerkenswertes erfragt. So würden sich mehr als die Hälfte (53,1%) der befragten 2 008 Männer und Frauen ab 14 Jahren bereits jetzt auf den Frühling freuen. Fast 60% von ihnen äußerten ihren Unmut darüber, dass sie der Winter dazu nötige, der vorherrschenden Temperatur gemäß mehr anzuziehen als sie eigentlich wollen. Vermutlich verlässt deshalb ein Drittel das Haus nur noch, wenn es gar nicht mehr anders geht. Immerhin gibt es knapp 8% Abweichler, die nicht in den fröhlichen „Winter ade“-Chor einstimmen: Ihre Aversion gilt dem Sommer. Vielleicht, weil sie lieber mehr als weniger anziehen. Die Lösung des Problems der Wintermuffel wäre die Einführung eines generellen Winterschlafes, was tatsächlich der Wunsch von 27% der Befragten ist. Fragt sich nur, wie die GfK dann im Winter an die Daten kommt, mit denen uns die Apotheken Umschau regelmäßig in Atem hält. Bernhard Huber

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