Glosse: Ein glorreicher Halunke

Er ist ein glorreicher Halunke, der uns für eine Handvoll Dollar oder auch ein paar Dollar mehr, wenn auch nicht jeden unserer Tage, so doch so manchen Kino- und Fernsehabend versüßte. Wir flohen mit ihm von Alcatraz und fuhren in seinem Pink Candillac mit Vollgas nach San Fernando. Dort wären wir wohl ein Fressen für die Geier geworden, hätten sich nicht Smith, Wesson und er, eine zweite Chance suchend, um Mitternacht im Garten von Gut und Böse dem Stoßtrupp Gold entgegengestellt. So aber erreichten wir unbezwungen die Brücken am Fluss und die Flaggen unserer Väter, lasen die Briefe von Iwo Jima und begegneten schließlich dem Weißen Jäger und seinem schwarzen Herzen. Im Auftrag des Drachen trafen wir Legenden wie Thelonious Monk, den Texaner Josey Wales, Bronco Billy, den Honkytonk Man und das Million Dollar Baby. Nicht zu vergessen die Space Cowboys, Rookie, den Anfänger und den namenlosen Reiter. Wir durften dem Bullen und dem Schnüffler zusehen, wie sie ein wahres Verbrechen erbarmungslos aufklärten. Von Harry Callahan lernten wir, dass zuviel Zucker ungesund und eine 44er Magnum die stärkste Handfeuerwaffe der Welt ist. Als Katholik müssen wir zwar bezweifeln, dass gegen den Gebrauch der Waffe nichts zu sagen ist, wenn die richtigen Leute getroffen werden, räumen allerdings auch ein, dass wir nun einmal nicht in einer perfekten Welt leben, wie uns erst kürzlich der American Sniper wieder vor Augen führte. Gleichwohl fragen wir uns, ob wir ein Glückskind sind? Sind wir das? Wie auch immer: Herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag, Mr. Eastwood. Walt Kowalski

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