Glosse: Ein friedvolles Jahr 2017?

Wie jedes Jahr um diese Zeit hagelt es auch jetzt gute Wünsche. Da wünschen Menschen einander „ein frohes Fest“ und ein „gutes Neues Jahr“. Wer es verbindlicher mag, wünscht Verwandten und Freunden „gesegnete“ oder „gnadenreiche“ Weihnachtstage und ein „friedvolles“ und/oder „glückliches Neues Jahr“. Wobei, friedvoll wird 2017 ganz sicher nicht. Weder werden zum Jahresende die Streitkräfte aufgelöst und die Soldaten in den Ruhestand geschickt, noch wollen die Rüstungskonzerne ihren Mitarbeitern 2017 ein kollektives Sabbatjahr verordnen. Und wie jedes Jahr müssen wir wohl auch diesmal davon ausgehen, dass die Organisierte Kriminalität auch 2017 versuchen wird, das Geschäftsergebnis des laufenden Jahres zu toppen. So werden auch 2017 Drogen verkauft, Schutzgelder erpresst und Menschen gehandelt werden. Vielleicht müssen wir uns ein „friedvolles Jahr“ aber auch nur ein paar Nummern kleiner denken. Das hätte den Vorteil, dass dazu dann auch tatsächlich jeder etwas beitragen könnte. So würde es sicher die „Friedensdividende“ durch die Decke katapultieren, wenn sich mehr Menschen darauf verständigten, einander solange mit Vertrauen zu begegnen, bis dieses auch tatsächlich enttäuscht wird. Zu mehr Frieden führte sicher auch, wenn sich Menschen entschlössen, zunächst mit- und erst dann übereinander zu reden. Einen entscheidenden Beitrag zum Frieden leistet sicher auch der, der sich entschließt, öfter mal zu schweigen. Auf der Arbeit, zu Hause und erst recht in Sozialen Netzwerken. Natürlich ließe sich, die steigende Friedensdividende vor Augen, hier auch noch darauf verweisen, woran der gut täte, der das Wasser doch nicht halten kann. Noch ertragreicher ist aber, darüber einfach den Mantel des Schweigens zu breiten. Stefan Rehder

Themen & Autoren

Kirche