G7-Beschlüsse rasch umsetzen

Bamberg (DT/KNA) Der katholische Weltkirche-Bischof Ludwig Schick hat die Ergebnisse des G7-Gipfels in Elmau grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig kritisierte der Bamberger Erzbischof am Dienstag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur, dass die Umsetzung nicht geklärt sei. Dies müsse nun unmittelbar geschehen. „Andernfalls werden die fünf Ziele so aus dem Bewusstsein verschwinden wie die Bilder von den Staatslenkern bei Bier und Weißwurst, dem Gang durch die grünen Wiesen mit den Alpen im Hintergrund.“ Dann bewahrheite sich der Spruch „Außer Spesen nichts gewesen. Das darf nicht sein!“ Schick erinnerte daran, dass die sieben Industrienationen sich verpflichtet hätten, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 von Hunger und Mangelernährung zu befreien. Es hungerten aber deutlich mehr, täglich stürben vor allem Kinder und Frauen an Unterernährung. „Was ist mit diesen? Unsere Erde kann circa 12 Milliarden hier und heute ernähren.“ Für die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern seien aber der Abbau von Subventionen in den reichen Industriestaaten und faire Handelsabkommen nötig. „Von den 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklung, auf das sich die Industriestaaten bereits 2000 festlegten, ist nichts zu hören.“ Gleichzeitig mahnte Schick die Bedeutung von Klima- und Umweltschutz für den Kampf gegen den Hunger an. Deshalb seien die Beschlüsse von Elmau anerkennenswert. Doch offen sei, wer die Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare voranbringen müsse, etwa in der Autoindustrie, bei den Energiekonzernen, dem Wohnungsbau und der Verkehrsplanung. „Und mit welchen Mitteln sollen sie bewegt oder gezwungen werden, die notwendige Umstellung vorzunehmen?“ Gleichzeitig mahnte der Erzbischof, den Blick bei der medizinischen Versorgung nicht nur auf die Ebolaerkrankungen zu werfen. „Was ist mit den Aidskranken, den Malariainfizierten und den vielen, die an diesen und anderen Krankheiten sterben?“ Auch die Wahl der Mittel zur Bekämpfung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ sei unklar, betonte der Erzbischof. Mit Blick auf Russland sei es zwar richtig, ein deutliches Signal zu setzen, dass internationales Recht gewahrt bleiben müsse. „Werden die UN dafür genügend gestärkt?“

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