Für die Würde des Menschen

Die bayerischen Christdemokraten für das Leben feierten ihr 30-jähriges Jubiläum

München (DT/bwi) Mit zahlreichen Gästen aus Politik und Kirchen feierte der bayerische Landesverband der Christdemokraten für das Leben (CDL) sein 30-jähriges Jubiläum. In der vollbesetzten St. Peterskirche in München dankte der Weihbischof von Augsburg, Florian Wörner, der selbst schon mehrfach beim „Marsch für das Leben“ mitgegangen war, der CDL für ihren mutigen Einsatz für das menschliche Leben. Gerade zu Ostern erkennen wir Christus als den Anführer des Lebens. So könne man Jesus geradezu als den „ersten Lebensschützer“ bezeichnen. Bei der anschließenden Festveranstaltung im Hofbräuhaus, bei der neben zahlreichen CDL-Mitgliedern und Ehrengästen auch Menschen mit Behinderungen und Vertreter aller politischen Ebenen anwesend waren, sagte die Landesvorsitzende Christiane Lambrecht: „Wer das Lebensrecht und die Würde aller Menschen nicht anerkennt, lebt in einer ,ethischen Steinzeit‘! Denn alleine mit dem normalen Menschenverstand kann jeder erkennen, dass man niemandem das Recht zu Leben absprechen kann.“ Unter anderem forderte sie in „drei Geburtstagswünschen an die Politik“ ein Verbot der vorgeburtlichen Selektion, einen Kinderbonus bei Steuern für Familien im Sinne eines neuen Politikstils namens „Family-Mainstreaming“ sowie eine Trendwende in allen ethisch-politischen Fragen des Lebensschutzes „hin zu einer solidarischen humanen Gesellschaft für alle!“.

Der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe überbrachte die Grüße der CDL-Bundesvorsitzenden Mechthild Löhr und des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn. Zum Vorwurf, Lebensschützer seien Fundamentalisten sagte Hüppe: „Wir sind nicht links, wir sind nicht rechts, sondern für die Würde des Menschen. An diesem Punkt sind wir so fundamentalistisch wie das Grundgesetz, das an diesem Punkt auch durch Mehrheiten im Bundestag nicht geändert werden kann.“ Hüppe wünschte sich eine stärkere Unterstützung von den Kirchen, besonders von den evangelischen Kirchen, sieht aber dennoch den Lebensschutz im Kommen. Laut INSA Umfrage sei die größte Gruppe der Abtreibungsgegner heute bei jungen Leuten zu finden. Tatsächlich waren gut ein Drittel der Gäste der vollbesetzten Festveranstaltung im Hofbräuhaus junge Leute unter 30 Jahren, die am Ende der Veranstaltung in zwei Redebeiträgen engagiert Forderungen an die Politik vortrugen.

Bei den anwesenden Politikern, unter anderem CSU-Parteivorstandsmitglied Bernd Posselt, CSU-Bundestagsabgeordneter Bernhard Loos und CSU-Landtagsabgeordneter Alex Dorow, rannte die CDL-Jugend offene Türen ein. So zeigte sich Bernhard Loos beim Thema Abtreibung verärgert über „Linke, die sich über das Kükenschreddern ereiferten“, aber keine Partei für das „Leben des jungen Menschen“ ergriffen. Loos bekräftigte, dass es mit der CSU kein Aufweichen des § 219a StGB geben wird.

Die Festrede hielt der bayerische Staatsminister der Justiz, Winfried Bausback. Er erörterte die juristischen Hintergründe zum §219a StGB, dem Werbeverbot für Abtreibung und machte damit deutlich, dass Hüppe mit seiner Kritik an Befürwortern der Streichung des Paragraphen, die behaupteten, ein Werbeverbot sei ein Informationsverbot, als „reine Propaganda“, Recht hat. Bausback dankte der CDL Bayern für die wichtige und sachliche Impulsgebung in Gesellschaft und Politik.

Die Festgäste und auch Staatsminister Bausback zeigten sich von den Plädoyers von Raphael Müller für Inklusion vor und nach der Geburt äußerst bewegt. Der 18-Jährige ist Autist, sitzt im Rollstuhl und ist stumm. Schon als 8-Jähriger verfasste er Texte von beeindruckender Tiefe. Seine Mutter verlas aus seinem Bestseller „Ich fliege mit zerrissenen Flügeln“ und mehrere Poetry-Slams: „Fliegen – kann ich nur in meinen Träumen. Laufen – nicht einmal im täglichen Leben. Sprechen – ist mir versagt. Ich bin stumm, wenn auch nicht immer leise. Aber ich habe etwas zu sagen. Schreiben ist mein Lebenselixier, mein Tor in die Freiheit Eurer Welt.“

Bewegend waren auch die Worte von Susie Mehler, Mutter eines 1-jährigen Mädchens mit Down-Syndrom. „Olivia ist das Beste, was uns passieren konnte“! RTL hat bereits in der Reihe „Stern TV“ vier Dokumentationen über die Familie ausgestrahlt. Weitere folgen. Gefragt, warum sie und ihr Mann an die Öffentlichkeit mit dem Thema „Down-Kind“ gehen, sagte sie: „Wir wollen anderen Familien Mut machen.“

Besonders hervorgehoben wurde in der Podiumsdiskussion „Wie können wir das Recht auf Leben schützen?“ der Unterschied zwischen Lebensschützern und Abtreibungsbefürwortern. Der CSU-Landtagsabgeordnete Alex Dorow sagte, in der Politik und auch bei der CSU sei „noch Luft nach oben“ im Engagement für bessere Alternativen für Mütter im Schwangerschaftskonflikt, denn die Abtreibungszahlen seien einfach viel zu hoch.

Auf die Frage, wieso so wenig Bischöfe zum jährlich stattfindenden Marsch für das Leben nach Berlin kommen, meinte der Augsburger Weihbischof Florian Wörner, dass man wegen der vollen Terminkalender der Bischöfe einfach den Termin zwei Jahre zuvor im Sinne eines „Safe the Date“ verkünden sollte.

Angelika Doose von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) stellte für die Jugend fest: „Wir sind eine Generation, die nicht akzeptieren möchte, dass bei uns mehrere hunderttausend Kinder jährlich getötet werden, dass entsprechend viele Mütter und Väter die Tötung ihrer Kinder als Lösung verkauft bekommen und mit den Problemen, dem Leid und Schmerz darüber alleine gelassen werden. Die Jugend ist Pro Life!“

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