Franziskus kritisiert erneut Gender-Ideologie

Die Familie sei „die Ikone des Bundes Gottes mit der ganzen Menschheit“, betont der Papst vor Ehe- und Familienexperten

Rom (DT/RV) Zu einer „Intelligenz der Liebe“ hat Papst Franziskus im Umgang mit Ehen in der Krise geraten. Es gelte, angesichts der „Verletzlichkeit und der Möglichkeit des Scheiterns einer Liebe zwischen Menschen (...) großes Mitgefühl und Barmherzigkeit“ aufzubringen. Der Papst sprach zum 35. Jahrestag der Gründung des an der Lateran-Universität angesiedelten „Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie“. Wörtlich sagte der Papst: „Heutzutage werden die Bande von Ehe und Familie vielfältig auf die Probe gestellt. Zur Krise der Familie heute trägt einiges bei: eine Kultur des Individualismus, ein irregehender Freiheitsbegriff, wachsende Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl, Ideologien, die sich direkt gegen das Familienprojekt richten, aber auch die wachsende Armut, die die Zukunft vieler Familien bedroht.“ Wegen der „Komplexität“ dieser Herausforderungen habe er „eine stärkere Verbindung“ zwischen dem Studieninstitut und der Päpstlichen Akademie für das Leben gewünscht. Vor kurzem hatte Papst Franziskus im Rahmen der Neugliederung der vatikanischen Institutionen beiden Institutionen denselben Leiter gegeben, Erzbischof Vincenzo Paglia.

Franziskus gab in seiner Ansprache eine Art Schnelldurchlauf durch sein Apostolisches Schreiben „Amoris laetitia“. Er bekräftigte, dass die Ehe der „Bund zwischen einem Mann und einer Frau“ sei, und äußerte sich auch neuerlich zum Thema Gender: „Die Anerkennung der Würde eines Mannes und einer Frau bringt auch mit sich, dass ihre Beziehung richtig eingeordnet wird. Wie können wir wirklich etwas über unser konkretes Menschsein aussagen, wenn wir es nicht durch diese Differenz lernen?“ Weiter sagte der Papst: „Man kann nicht leugnen, was die moderne Kultur für die Wiederentdeckung der Würde der Geschlechterdifferenz geleistet hat. Umso beunruhigender ist es dann aber, wenn man feststellen muss, dass diese Kultur wieder blockiert wirkt durch eine Tendenz, die diese Differenz ausradieren will, statt die Probleme, die mit ihr zusammenhängen, zu lösen.“

Die Kirche sehe in der Familie „die Ikone des Bundes Gottes mit der ganzen Menschheit“, sagte Franziskus. „Darum bemüht sich die Kirche voller Nachsicht darum, auf dem Gebiet der Lehre und der Seelsorge die Wahrheit und Schönheit des göttlichen Schöpfungsplans zu entwickeln. Das verlangt in unserer heutigen, komplexen Situation eine besondere Intelligenz der Liebe. Und auch eine starke Hingabe ans Evangelium, bewegt von großem Mitleid und Barmherzigkeit für die Verletzlichkeit und die Möglichkeit des Scheiterns einer Liebe zwischen Menschen.“ Es gebe Gnade, aber auch Sünde, so der Papst: „Lernen wir also, uns mit dem menschlichen Scheitern nicht abzufinden.“

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