Dieter Althaus und das Schicksal

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ist am Dienstag von einem österreichischen Gericht wegen fahrlässiger Tötung bei seinem Skiunfall zu einer Geldstrafe von 33 000 Euro verurteilt worden. Eine Frau war bei dem Zusammenprall zu Tode gekommen. Der bei dem Unfall selbst schwer verletzte und derzeit in der Rehabilitation befindliche Politiker hat das Urteil akzeptiert.

Gegen die Schläge des Schicksals sind Menschen zu keiner Sekunde gefeit – das zeigt jetzt dieser tragische Fall. Er zeigt aber auch, dass es darauf ankommt, wie die Menschen mit einem solchen Schicksal umgehen. Und wie wichtig es ist, dass sie dabei auf ein festes Wertefundament, auf ihren christlichen Glauben, zu dem sich Dieter Althaus immer bekannt hat, und ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl, das den Politiker bisher in seiner Arbeit auszeichnete, bauen können.

So haben Dieter Althaus oder seine Familie nie versucht, den Anteil des Ministerpräsidenten daran, dass dieser Unfall hat passieren können, kleinzureden. Er hat für diesen Anteil die Verantwortung übernommen. Das ist in solchen Situationen für die Angehörigen von tödlich Verunglückten wichtig. Die Familie Althaus hat weiter ihre Anteilnahme am Schicksal und Verlust der Familie der zu Tode gekommenen Frau mit gebotenem Takt zum Ausdruck gebracht – auch das ist für die Angehörigen dieser Frau von Bedeutung gewesen. Die in solchen Unglücken die Menschen aufwühlenden Gefühle von Schuld und Trauer konnten in der Privatsphäre der betroffenen Familien verbleiben und bearbeitet werden, wodurch zusätzliche seelische Verletzungen vermieden worden sind. Der Boulevard schwieg weitestgehend.

Ob Dieter Althaus in die Politik zurückkehrt oder nicht, ist gegenüber solchen Fragen zweitrangig. sei

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