Argentinien: Debatte über Abtreibung

Buenos Aires (DT/KNA) Der Kongress in Argentinien hat am Dienstag die Bearbeitung eines Antrages für eine grundsätzliche Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen aufgenommen. Zuvor hatte eine fraktionsübergreifende Gruppe von 71 Abgeordneten eine entsprechende Gesetzesinitiative vorgelegt. Der konservative Präsident Mauricio Macri hatte die Debatte freigegeben und war von seiner bisherigen streng ablehnenden Position abgewichen: „Ich bin für das Leben. Aber ich bin auch für eine reife und verantwortliche Debatte, wie wir sie den Argentiniern schulden.“ Für die Annahme des Gesetzes ist eine Mehrheit von 129 Stimmen notwendig. Am 20. März soll im Parlament die Debatte beginnen. Frauenrechtsgruppen hatten in den vergangenen Tagen für das neue Gesetz geworben. Jedes Jahr sterben demnach hunderte Frauen an den Folgen von unsachgemäß vorgenommenen illegalen Abtreibungen. Bislang ist ein Abbruch nur erlaubt, wenn eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger wurde oder ihre Gesundheit gefährdet ist. Die katholische Kirche hatte nach Macris grünem Licht für eine Debatte das Kabinett scharf kritisiert. „Diese Regierung ist ohne Prinzipien“, sagte Erzbischof Hector Aguer aus La Plata. Sie folge keiner moralischen und natürlichen Ordnung.

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