Was andere Zeitungen schreiben: Quelle der Inspiration: Post-humane Gesellschaft: Armutszeugnis für Südafrika: Geistliche Waffen und Heere

Die katholische Wochenzeitung „La Croix du Benin“ schreibt im Nachruf auf ihren Landsmann Kardinal Bernard Gantin:

Wer wie Kardinal Gantin die Kraft der Berufung veranschaulicht, wird zur Quelle der Inspiration für andere. Die Kraft der Berufung ist ein starkes Band zwischen den Menschen. Wir können einander inspirieren, einige mehr, andere weniger. So sind wir daran beteiligt, die Gelegenheiten zu schaffen, in denen Gott in unserem Leben spricht. In seinem Leben und in seinem Tod ist der verehrte Kardinal eine solche Gelegenheit für uns.

Kant hat ein tragendes Prinzip westlicher Werte formuliert: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“. In unserer Gesellschaft werden in dieses Prinzip Breschen geschlagen: die Tötung von Menschen für die Fruchtbarkeit anderer, die Manipulierung und Kontaminierung von Menschen als Heilmittel für andere, die Zeugung und Auswahl von „Retter-Geschwistern“, die Gewebe liefern, um andere zu heilen, die Tötung eines Menschen im Mutterleib in der Schwangerschaftswoche, die die Mutter frei gewählt hat ... Wir nennen uns eine post-christliche Gesellschaft. Das ist geschmeichelt. Von dieser Woche an werden wir zu einer post-humanen Gesellschaft.

Welch eine Falschheit in diesem Land, das von vielen regiert wird, die einst selbst Fremde in einem fremden Land waren! Viele, die Südafrika von der Apartheid befreit haben, fanden in afrikanischen Ländern Aufnahme. Viele der Fremden, die in Südafrika misshandelt werden (das Phänomen betrifft keineswegs nur Johannesburg), sind Lebensumständen entflohen, die ebenso höllisch waren wie einst die der Südafrikaner. Sie sind nicht nach Südafrika gekommen, „um uns die Arbeit wegzunehmen“, sondern um zu überleben. Welch ein Armutszeugnis für unser Land, dass Menschen, die der Hölle Somalias entflohen sind, an ihrem Zufluchtsort Verfolgung oder den gewaltsamen Tod finden! Wir müssen uns schämen.

Die Parteifunktionäre müssen unsere Sprache verstehen; sonst denken sie, dass wir in die Schlacht ziehen. Ihre Reaktion auf den Brief des Papstes war: „Waffen und Heere stehen vor den Toren!“ Die unseren sind jedoch geistliche Waffen und Heere, voll Güte und Vergebung. Optimismus ist gut, aber jetzt ist es wichtig, den Opfern des Erdbebens von Sichuan zu helfen – eine enorme Katastrophe, aber China ist offen und transparent geworden und nimmt von allen Seiten internationale Hilfe an. Das ist ein guter Anfang. Wir hoffen, dass es so weitergeht.