Was andere Zeitungen schreiben: Heftige Auseinandersetzungen: Sorge um die älteste Gemeinde: Konsequenter Protest?: Keine Bedrohung durch Christen

In Rom schreibt die katholische Tageszeitung „Avvenire“ zum Welternährungsgipfel der FAO:

Am Vorabend dieses FAO-Gipfels gibt es wie immer heftige Auseinandersetzungen. Man könnte lange darüber diskutieren, dass die Hilfeleistungen paradoxerweise vor allem die wirtschaftliche Entwicklung des Geber- und nicht die des Nehmerlandes unterstützen. Aber so verlieren wir uns in einem Labyrinth von Argumenten für oder wider irgendeine „Lehre“. Die Gefahr ist heute die, den unbequemen Staatsoberhäuptern (Ahmadinedschad und Mugabe), die nach Rom gekommen sind, mehr Aufmerksamkeit zu schenken als dem Nahrungsmangel. Das wäre ein Fehler, die Vergeudung einer Chance.

Die irakischen Christen stehen vor einem Dilemma. Als Gemeinschaft wissen sie, dass sie bleiben sollten. Das ist auch der Wunsch vieler Bischöfe. Als Einzelne aber sind sie bereit, das Land zu verlassen, um ihre Zukunft oder ihr Leben zu retten. Wer könnte ihnen Vorwürfe machen? Wenn die Christen weggehen, dann sollten sie im Ausland Aufnahme finden, besonders in den Vereinigten Staaten und in Europa. Wenn sie im Irak bleiben, sollten wir im Westen ihnen tatkräftig beistehen. Die Misere der Christen im Irak stellt uns vor eine größere Frage als die nach humanitärer Hilfe für eine kleine Schar von Individuen. Eine der ältesten christlichen Gemeinden der Welt steht auf dem Spiel. Die irakischen Christen sollen wissen, dass alle Christen ihnen zu Hilfe kommen.

Die freie Welt protestiert gegen die Unterlassungssünde Myanmars und bejubelt die Haltung Chinas. Zu Recht. Aber bevor wir urteilen, sollten wir daran denken, dass wir selbst untätig zusehen, wie der Trinkwassermangel jährlich mehr Opfer fordert als in Birma und China zusammen, und dass wir Millionen von Abtreibungsopfern hinnehmen und auch kollaborieren. Wenn unser Prostest konsequent sein soll, müssen wir uns fragen: Reagieren wir so tatkräftig wie China oder aus Eigeninteresse abwehrend wie Myanmar?

Bei einfachen Indern wird die völlig unbegründete Phobie erzeugt, ihre Religion und Kultur sei durch die Minderheiten bedroht. Das ist vollkommen falsch. Das Christentum gibt es seit 2000 Jahren in Indien, die Briten haben über 200 Jahre Indien beherrscht, und dennoch stehen die Christen weit hinter anderen Gemeinschaften zurück. Und wenn man ihre Wachstumsrate mit der anderer Gemeinschaften vergleicht, dann hat man den Eindruck, dass sie aus Indien verschwinden. Aber die, die blindlings andere dämonisieren, um ihre Ziele zu erreichen, lassen keines dieser Argumente gelten.