Was andere Zeitungen schreiben: Aufruf gegen die Gewalt: Friede durch Fairness: Neuer Zusammenhalt: Verantwortung der Medien

„El Guardian católico“ (Venezuela) zum Aufruf der kolumbianischen Bischöfe, gegen die Guerilla FARC zu demonstrieren:

Durch die Aktion „Eine Million Stimmen gegen die FARC“ sollen die Kolumbier der subversiven Gruppe zu verstehen geben, dass das Land die Entführungen, Massaker, Erpressungen, Morde, Angriffe auf die Infrastruktur des Landes und anderen Gewaltakte entschieden ablehnt. Für die Veranstalter des Protestmarsches am 4. Februar ist diese Mobilisierung „eine Angelegenheit jenseits jeder politischen Koleur – eine humanitäre Angelegenheit des Bewusstseins der Solidarität für unsere geliebte Heimat“. Daher unterstützt oder verwirft sie keine politische Position oder militärische Abwehr oder humanitäre Vereinbarung; es geht allein um die Zurückweisung der FARC.

Zum x-ten Mal bitten wir Präsident Kibaki und Oppositionsführer Odinga um Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit. ... Nicht Polizei oder Militär geben den Vertriebenen Sicherheit, sondern die Überzeugung, dass es Fairness gibt. Zunächst muss die Regierung erkennen, dass ihr die Situation entgleitet. Ihre einzige Option sind Verhandlungen für ein Land, das sie in einem viel besseren Zustand übernommen hat. Dann muss man in den betroffenen Gebieten Frieden predigen. Wie der Historiker Howard Zinn sagt, „gibt es keine Flagge, die groß genug ist, um die Schande der Ermordung unschuldiger Menschen zu bedecken“.

Die Zeit verlangt neuen Zusammenhalt um einen Präsidenten, von dem man nicht weiß, ob er fähiger sein wird, die Wähler von seiner Redlichkeit (McCain) und seiner Kompetenz (Clinton) zu überzeugen oder sie wieder von „neuen Horizonten“ träumen zu lassen (Obama). Während alle Kandidaten sich von Bush zu distanzieren versuchen, scheint es, dass er, die „lahme Ente“, seinem Nachfolger auf die Sprünge helfen will, indem er hervorhebt, dass in Krisenzeiten das Einvernehmen wichtig ist, das nach dem 11. September auch um ihn herum herrschte und das er nicht zum Besten einzusetzen wusste.

Ein großer Teil der Verantwortung trifft die Medien, die täglich ihr Gift verspritzen, die Köpfe mit Frustration und grundlosem Hass füllen und keine persönliche Rechenschaft ablegen müssen von ihrer gefährlichen Verzerrung der Fakten. Davon zeugen die Kommentare, die die Fernsehsender am Schauplatz der Gewalt gesammelt haben. Hier wird sofort die Beschränktheit des politischen Bewusstseins deutlich: Mit ungeschliffenen Worten wird das wiederholt, was – mit Wortreichtum und Schliff, aber derselben geistigen und ethischen Armut – gewisse Kanäle vermittelt haben.