Voderholzer besorgt über Rolle der Katholiken

Bischof beklagt politische Heimatlosigkeit der Gläubigen

Fulda (DT/KNA) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich am Samstag besorgt über die Rolle von Katholiken in der deutschen Politik geäußert. Das politische Mehrheitsvotum für eine „Ehe für alle“ nähre in ihm die Sorge, dass Katholiken hierzulande in der Politik heimatlos würden, sagte Voderholzer am Samstag in Fulda. Er sprach beim Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken. Ehe dürfe nicht ausschließlich sentimentalisiert und romantisiert werden, so „als sei das Wichtigste das Brautkleid“. Er rief dazu auf, bei aller „Verwirrung“ angesichts der „Ehe für alle“ die damit gegebene Chance zu nutzen, das Positive und Befreiende des christlichen Eheverständnisses deutlich zu machen. Dafür brauche es in der Politik wortstarke und im Glauben gebildete Frauen und Männer. Grundlage für die politische Arbeit im Geiste des Evangeliums sei die Katholische Soziallehre, zu deren Lektüre er insbesondere katholische Verbände ermutigte, die „über Jahre hinweg politische Bildungsarbeit geleistet haben“. Der Regensburger Bischof empfahl hierzu den „Docat“, der nicht nur für junge Leute eine „gute und gelungene Darstellung der Soziallehre“ biete.

Es gehöre zur unersetzlichen Aufgabe der Kirche, so Bischof Voderholzer, in der Welt Zeugnis zu geben vom lebendigen Gott, sowie den Mut zu haben, „sich zu unterscheiden“. Christen müssten „Salz“ sein, das brennt, „wenn es in offene Wunden gestreut wird“. Im Sinne des durch das II. Vatikanische Konzil betonten gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen gelte es, das Laienapostolat zu stärken. Christen sollten ihrem Missionsauftrag gerecht werden und zur Neuevangelisierung beitragen.