Santos: Papst bringt „Botschaft der Versöhnung“

Bonn/Bogota (DT/KNA) Nach den Worten von Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos kommt Papst Franziskus im September „mit einer Botschaft der Versöhnung nach Kolumbien“. Der geplante Papstbesuch komme „zu einem ganz besonderen Moment“, sagte er am Freitag im Interview der Deutschen Welle in Bonn. Franziskus sehe den Besuch als ersten Schritt zur Versöhnung. „Und diese braucht das Land“, so der Friedensnobelpreisträger Santos. „Nach 53 Jahren beenden wir einen bewaffneten Konflikt und müssen Frieden schaffen“, sagte er. Dies brauche Zeit. Der Papst komme, um die Kolumbianer hierbei zu unterstützen. „Kolumbien ist nach dem Frieden mit der FARC kein Paradies auf Erden.“ Es gebe noch viele Probleme. Seine Regierung verhandele derzeit mit der kleineren Guerilla-Bewegung ELN. Auch hier sei Frieden das Ziel. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Kolumbiens zu Deutschland bezeichnete Santos als Privileg. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Bundesregierung kooperiere man in Bereichen wie Forschung und Bildung. „Deutschland hat uns in jeder Hinsicht geholfen“, sagte der Präsident. „Von Beginn des Friedensprozesses an erhielten wir Unterstützung, beispielsweise bei der Aufhebung der EU-Visa oder bei unserem Eintritt in die OECD.“ Papst Franziskus reist nach bisheriger Planung vom 6. bis 11. September nach Kolumbien und besucht die Hauptstadt Bogota sowie die Städte Villavicencio, Medellin und Cartagena. Zentrales Thema der Reise ist der Friedensprozess nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Guerilla-Organisation FARC und der kolumbianischen Regierung. Franziskus ist nach Paul VI. (1968) und Johannes Paul II. (1986) der dritte Papst, der nach Kolumbien kommt. Unterdessen wurde bekannt, dass Unternehmen, die in den Korruptionsskandal rund um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sind, offenbar von der logistischen Organisation des Besuchs von Papst Franziskus im September ausgeschlossen werden. Kolumbiens Vizepräsident Oscar Naranjo bestätigte laut kolumbianischen Medienberichten eine entsprechende Transparenz-Offensive.