Sam Brownback. Der Kämpferische

Erstmals ist ein Katholik US-Botschafter für die internationale Religionsfreiheit. Von Maximilian Lutz

Sam Brownback

von Maximilian Lutz

Erstmals ist ein Katholik US-Botschafter für die internationale Religionsfreiheit. Sam Brownback, bisher Gouverneur des US-Bundesstaates Kansas, wurde am 24. Januar vom Senat im Amt bestätigt, sechs Monate nach seiner Nominierung Ende Juli 2017. Wie die Senatoren abstimmten steht exemplarisch für die unüberbrückbaren Gräben, die zwischen Demokraten und Republikanern in Washington entstanden sind: Vizepräsident Mike Pence musste mit seiner Stimme eine Pattsituation entlang der Parteilinien auflösen. Seit Ex-Präsident Bill Clinton 1998 das Amt des Botschafters für die Religionsfreiheit einführte, versuchten seine Nachfolger stets, mit der Besetzung ihren eigenen politischen Kurs zu stärken. Barack Obama etwa hievte die erste Afroamerikanerin und den ersten Rabbiner ins Amt. Und auch Trump setzt mit der Entscheidung für Brownback ein Zeichen in Richtung seiner Wählerbasis.

DER KÄMPFERISCHE

Brownback, der am 12. September 1956 in Kansas geboren wurde, gehört dem konservativen Flügel der Republikanischen Partei an. Damit vertritt er politische Positionen, die ihn für nahezu alle Demokraten unwählbar machen. Gläubige Katholiken dürften jedoch Gefallen an dem studierten Juristen finden, der ursprünglich evangelikaler Christ war, im Jahr 2002 jedoch zum katholischen Glauben konvertierte. Von 1996 bis 2010 amtierte er als Senator, anschließend als Gouverneur seines Heimatstaates Kansas. Brownback ist ein strikter Abtreibungsgegner, was sich auch stets in seinen Gesetzesinitiativen widerspiegelte: So stimmte er unter anderem dafür, „Planned Parenthood“ Gelder zu entziehen. Ehe bedeutet für ihn ausschließlich die Verbindung von Mann und Frau. In einem Dekret zur Religionsfreiheit in Kansas stellte sich der verheiratete Familienvater von fünf Kindern gegen die verfassungsrechtliche Gleichstellung homosexueller Paare – und handelte sich so einen äußerst negativen Ruf innerhalb der Homosexuellen-Gemeinde ein. Im Gegensatz zu den meisten konservativen Mitgliedern seiner Partei sieht Brownback die Todesstrafe kritisch.

Im religiös-konservativen Lager der USA stößt die Ernennung Brownbacks auf große Zustimmung. Kritiker jedoch verweisen auf seine eher erfolglose Bilanz als Gouverneur. Massive Steuerkürzungen, die der 61-Jährige in Kansas durchsetzen wollte, sorgten für derart große Finanzlücken im Haushalt, dass unter anderem Gelder im Bildungssektor gestrichen werden mussten.

Sam Brownbacks Aufgabe wird alles andere als einfach sein. Die weltweite Christenverfolgung, die Unterdrückung muslimischer Minderheiten und Menschenrechtsverletzungen in China sind nur einige der Herausforderungen, die es nun anzugehen gilt.