Rechte Israelis planen Proteste

Jerusalem (DT/dpa) Dutzende rechtsextremer israelischer Aktivisten planen nach einem Zeitungsbericht Protestaktionen gegen den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land. Die israelische Zeitung „Maariv“ schrieb am Mittwoch, Ziel sei es, „den Papst bloßzustellen und den Besuch zu stören“. Der rechtsgerichtete Parlamentsabgeordnete Michael Ben-Ari von der Nationalen Union, der an den Vorbereitungen für die Proteste teilnehme, sagte: „Mit dem feierlichen Staatsempfang, der für Papst Benedikt XVI. geplant wird, kehrt man Millionen von Juden den Rücken, die im Schatten des Kreuzes von der Inquisition geschlachtet wurden.“ Er wolle am Montag auch einen Empfang zu Ehren des Papstes in der Amtsresidenz des Staatspräsidenten Schimon Peres boykottieren, zu dem alle 120 Abgeordneten der Knesset eingeladen sind. Nach Informationen von „Maariv“ planen die Aktivisten unter anderem eine Reihe von Demonstrationen gegen den Papst-Besuch. Zudem wollen sie Druck auf die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem ausüben, damit diese den Papst wegen seiner Mitgliedschaft in der Hitlerjugend nicht empfängt. Die Chefrabbiner Israels sollten von dem Papst eine Entschuldigung für die „Verfolgung des jüdischen Volkes durch die Kirche im Verlauf der Generationen“ fordern, verlangen die rechtsgerichteten Aktivisten, darunter Baruch Marsel und Itamar Ben Gvir. Die ehemalige Parlamentspräsidentin Dalia Izik sagte zu den geplanten Aktionen: „Dieser Papst hat große Anstrengungen unternommen, um eine Annäherung der verschiedenen Religionen zu erreichen. Wir haben unter der Christenheit gelitten, und es wäre gut, wenn wir Kompromisse schließen und uns ihr annähern. Wir haben genug Feinde in der Welt.“ Unterdessen haben auch christliche Palästinenser Kritik am bevorstehenden Papst-Besuch geübt. Diese Reise biete Israel vor allem die Möglichkeit, sein Ansehen in der Welt nach dem Gaza-Krieg zu verbessern, sagte der Präsident der Nationalen Christlichen Koalition in den Palästinensergebieten, Dimitri Diliani, am Dienstag in Jerusalem.