Putin ehrt seine Journalisten

Slawjansk/Moskau (DT/dpa) Beim Vorrücken gegen pro-russische Aktivisten in der ost-ukrainischen Stadt Slawjansk haben ukrainische Regierungseinheiten nach Angaben des Innenministeriums Verluste erlitten. Es gebe Tote, sagte Innenminister Arsen Awakow am Montag. Awakow schätzte, dass etwa 800 bewaffnete Separatisten die Stellungen in Slawjansk hielten. „Sie setzen schwere Waffen ein, schießen mit großkalibrigen Waffen, benutzen Granatwerfer und sonstige Technik“, sagte der Minister. Die Truppen hätten trotz der Gegenwehr den Fernsehturm der Stadt eingenommen.

Das Außenministerium Russlands hat unterdessen in einem Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine angeprangert. Anhänger der pro-westlichen Regierung würden Gegner mit „Repressionen, physischer Gewalt und offenem Banditentum“ einschüchtern, heißt es darin. Zudem seien in der Ukraine Ultranationalismus, Extremismus und Neonazismus auf dem Vormarsch. Das „Weißbuch“ des Ministeriums sei Präsident Wladimir Putin überreicht worden, teilte der Kreml am Montag mit. Einem Zeitungsbericht zufolge hat Putin hunderte Journalisten für ihre Berichterstattung über den Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland ausgezeichnet. Gelobt würden in dem Dekret Putins „hohe Professionalität und Objektivität“, berichtete die Moskauer Zeitung „Wedomosti“ am Montag. Der Ukas N269 sei am 22. April unterzeichnet worden, werde aber bisher geheim gehalten, hieß es. Auf der Liste stünden insgesamt 300 Namen, darunter die von 90 Korrespondenten. Die Orden für „Verdienste um das Vaterland“ seien unter anderem an den Generaldirektor des Fernsehsenders NTW, Wladimir Kulistikow, und den Leiter der Rundfunkaufsicht, Alexander Scharow, überreicht worden. Auch die Chefredakteure der Staatsagentur Rossija Segodnja (Russland heute) und der Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“, Margarita Simonjan und Wladimir Sungorkin, erhielten demnach die Auszeichnung. Kremlkritische Medien wie der Internet-Fernsehsender Doschd oder der Radiosender Echo Moskwy stünden dagegen nicht mit Mitarbeitern auf der Liste. Während der „Operation Krim“ im März ließen die Behörden kremlkritische Internetportale sperren.