Pressestimmen

Am letzten Tag des soeben zu Ende gegangenen Jahres gab es Tote, Verhaftete und Verletzte. Schüsse in Mannshöhe auf einen Marsch, der von Priestern aus 150 Diözesen angeführt wurde. Dabei hatte das Jahr mit der Hoffnung begonnen, dass das Silvester-Abkommen ein Regime beenden würde, das vom Vater auf den Sohn übertragen worden war: Joseph Kabila war seinem 2001 ermordeten Vater Laurent-Désiré – der seinerseits 1997 den Diktator Mobuto aus dem Amt gedrängt hatte – einfach nachgefolgt. Genau ein Jahr später ist die Hoffnung im Blut erstickt: im Blut der Priester und Ordensleute, der Gläubigen, der Kirche, die sich als Mittlerin in dem Abkommen als Einzige für seine Einhaltung eingesetzt hatte, bis hin zur Einberufung des Protestmarsches am vergangenen Sonntag. Der Marsch war von den Machthabern verboten worden, um „die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten“. Dann wurde er von denselben Machthabern aus denselben Gründen niedergeschlagen.

Die naheliegende Lösung wäre eine Art Abkommen, das das nordkoreanische Atomraketenprogramm auf einem bestimmten Niveau einfriert. Das würde bedeuten, das zu akzeptieren, was die amerikanische Regierung gegenwärtig als inakzeptabel bezeichnet, jedoch das Unvorstellbare vermeiden würde: ein Blutbad, das nicht nur Pjöngjang, sondern auch Seoul und vielleicht sogar Tokio als rauchende Ruine zurücklassen würde.

An den italienischen, französischen und spanischen Küsten ist die Zahl der Migranten aus Afrika drastisch zurückgegangen. Dasselbe gilt für Griechenland und den Balkan in Bezug auf den Nahen Osten. In einigen Ländern hat sich die Lage verbessert (wenngleich sie immer noch dramatisch ist): Im Irak und in Syrien zum Beispiel geht der Krieg „zu Ende“, und viele Menschen beginnen, in die eigenen Dörfer zurückzukehren. Aber auch durch politische Maßnahmen in Europa – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Türkei und Libyen – wird versucht, den Flüchtenden in ihren Herkunftsländern zu helfen, ohne darauf zu warten, dass sie an den nördlichen Ufern des Mittelmeers ankommen. Diese Bemühungen haben gerade erst begonnen und dürfen nicht nachlassen. Aber sie scheinen in die richtige Richtung zu gehen.

Über den Kindermord in Betlehem könnte man eine ganze anthropologische Abhandlung schreiben. Der eigentliche Punkt ist jedoch der Gegensatz zwischen den Sterndeutern und Herodes: Jene verstehen das neue Leben als Verheißung und segnen es; dieser sieht das neue Leben als Bedrohung und verflucht es. Diese Geschichte enthält eine große Herausforderung: Wie reagiere ich selbst auf neues Leben, besonders auf Leben, das mich bedroht, das mir etwas von meiner eigenen Popularität, meinem Wohlergehen, der mir entgegengebrachten Bewunderung nimmt? Kann ich wie die Sterndeuter meine Gaben zu Füßen junger Menschen niederlegen und mich auf Anonymität und Tod zubewegen, zufrieden, dass die Welt in guten Händen ist, auch wenn es nicht meine eigenen Hände sind? Oder betrachte ich jenes neue Leben als Bedrohung und versuche, es zu töten, damit sein Stern nicht meinen eigenen Stern überstrahlt?