Presse: Loch im Herzen der Stadt

Das „Time“-Magazin schreibt zur Tornado-Katastrophe im US-amerikanischen Joplin:

Etwa ein Drittel dieser Stadt mit 50 000 Einwohnern, einer über Jahrzehnte erbauten Stadt, wurde durch den mörderischen Tornado am Sonntag in wenigen Augenblicken zerstört. Mindestens 117 Menschen wurden getötet und weitere Hunderte verletzt. Hier hat das Wort „Aufräumarbeiten“ keinen Sinn. In den kommenden Wochen und Monaten muss Joplin ein Loch auskratzen, das mitten in sein Herz gerissen wurde.

Kein Jasmin mehr in China

„Asia News“, das Internetportal des Päpstlichen Missionswerkes, verweist auf Angst vor Revolten in China:

Aus Angst, die Dissidenten könnten eine chinesische Version der tunesischen „Jasminrevolution“ fordern, wurde das Wort molihua (Jasmin) aus allen Medien und aus dem Internet verbannt. Das internationale Jasmin-Kulturfestival in China, das für diesen Monat in der Provinz Guangxi geplant war, wurde abgesagt. Um sicherzustellen, dass über das Radio nur politisch korrekte und „harmonische“ Inhalte übertragen werden, hat die staatliche Verwaltung für Radio, Film und Fernsehen die nationalen Radiostationen aufgefordert, zur Hauptsendezeit „patriotische“ Programme zu senden, wie die „revolutionären Werke“ aus der Zeit der Kulturrevolution.

Ägypten: Schulen und Medien reformieren

Das koptische Sonntagsblatt „Watani“ (Kairo) fordert durchgreifende Reformen angesichts religiöser Gewalt:

Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es keinen Sinn hat, nur auf Sicherheitsmaßnahmen zu vertrauen, um das Problem religiöser Gewalt zu lösen. Sayyid Qutb, der Vater des modernen dschihadistischen Salafismus, wurde vor über vier Jahrzehnten hingerichtet. Dennoch haben seine Gedanken überlebt und mehrere Generationen beeinflusst. Wenn unseren Verantwortlichen wirklich daran gelegen ist, den Extremismus zu bekämpfen, dann müssen sie das Schulsystem und die Medien einem mutigen Wandel zu unterziehen.

Schaden für die Kirche in Simbabwe

In Kapstadt betrachtet „The Southern Cross“ die negativen Auswirkungen von Mugabes Reise in den Vatikan mit Sorge:

Kurz vor seiner Abreise in den Vatikan bezeichnete Mugabe die Bischöfe von Simbabwe als „sogenannte Gottesmänner, die lügen“ und als „Marionetten der westlichen Länder“. In diesem Licht hat Mugabes Aufnahme im Vatikan den – natürlich falschen – Eindruck erweckt, dass der Vatikan ihn gegen die Bischöfe von Simbabwe unterstützt. Gewiss wird Mugabe auf seine freundliche Aufnahme im Vatikan hinweisen, sobald er sich wieder veranlasst fühlt, die Bischöfe seines Landes anzugreifen und ihre apostolische Pflicht, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen, anzuklagen. Ihre Autorität in Fragen der sozialen Gerechtigkeit hat Schaden genommen. Man muss einer solchen Wahrnehmung energisch entgegentreten, um die Autorität und Würde der Bischöfe von Simbabwe sowie das Vertrauen der Laien in das Episkopat und auch in den Vatikan zu wahren.