Presse: Die Seele Europas wiederentdecken

Der Mailänder „Avvenire“ schreibt über die eigentlichen Ursachen der Krise der Europäischen Union:

Als Johannes Paul II. sich ein Europa „vom Atlantik bis zum Ural“ – also inklusive der großen spirituellen russischen Tradition, vom materialistischen Imperium befreit – wünschte, meinte er nicht die politischen oder wirtschaftlichen Grenzen einer „Union“, sondern die Weite einer einzigen „Seele“. […] Wenn die europäischen Bürger heute nur von „Meinungsfreiheit“, Angst oder Ressentiments bewegt werden, dann ist die Seele vertrocknet oder betäubt und hat nicht die Kraft, Strategien für Fortbestand und sozialen Zusammenhalt zu entwickeln. Äußere Faktoren – Regierungswechsel im Ausland, Migrationsbewegungen, wirtschaftliche Schwankungen – machen nicht die Krise der Europäischen Union aus. Vorausgegangen ist eine lange Zeit, in der unsere Seele verspottet und geleugnet wurde durch banale Denker, die von den Medien gehätschelt und von den Parlamenten angehört wurden.

Evangelium statt neues Credo

In London mahnt der „Catholic Herald“ angesichts der Diskussion um die Ehelehre zur Rückkehr zum Evangelium:

Die menschliche Natur hat sich nicht verändert. Wir suchen nach neuen Wegen, die Sünde des Ehebruchs zu umschiffen, weil wir ein Credo angenommen haben, das von der Lehre Jesu abweicht. Was einst als Sünde galt, wird heute als ein Recht betrachtet: das Recht auf sexuelle Befriedigung. Wir müssen zum Evangelium zurückkehren.

Wer sind die Pharisäer?

Das US-amerikanische „Crisis Magazine“ kommentiert das Hirtenwort der deutschen Bischöfe zu Ehe und Familie:

Die Bischöfe sagen, dass Laxismus ebenso vermieden werden muss wie Rigorismus. An der Lehre festzuhalten ist jedoch kein Rigorismus. Rigorismus bedeutet, Entscheidungen im Geiste der Verurteilung, ohne Empathie und die Bereitschaft, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen, zu treffen. Es ist einfach, all jene, die diese neuen pastoralen Leitlinien als Aufweichung der Heiligkeit und der Unauflöslichkeit der Ehe betrachten, als Pharisäer abzutun. Selbstgerechtigkeit ist jedoch eine Gefahr für jeden, ungeachtet seiner theologischen Grundhaltung.

Umkehr statt Todesstrafe

In Trinidad&Togabo ruft „Catholic News“ dazu auf, für die Umkehr von Gewalttätern zu beten:

Was wird getan, damit wir uns wieder sicher fühlen? Entführungen, Vergewaltigungen, Morde, Raubüberfälle – die Liste ist lang. Viele Bürger fordern die Vollstreckung von Todesurteilen oder wollen die Auspeitschung wieder einführen. Unsere Verantwortungsträger geben zwar zu, dass die Kriminalität aus dem Ruder gelaufen ist, aber sie vermitteln den Bürgern nur, dass ihnen die Hände gebunden sind. Wir müssen darum beten, dass Kriminelle und Gewalttäter zu einer Umkehr des Herzens gelangen. Angesichts der schlimmen Lage scheint dies ein banaler Vorschlag zu sein, aber wir müssen uns immer wieder zu Bewusstsein führen, dass der Gott, dem wir dienen, ein allmächtiger Gott ist.