Presse: Büchse der Pandora

Die katholische Zeitung „La Semaine Africaine“ (Kongo) kritisiert Pläne, afrikanische Herrscher, die Entwicklungsgelder veruntreuen, im Ausland vor Gericht zu stellen:

Wenn man die Büchse der Pandora öffnet und Angehörigen anderer Staaten die Möglichkeit gibt, amtierende afrikanische Staatschefs vor Gericht zu stellen, droht eine bleibende Destabilisierung Afrikas. Sollten die Afrikaner ihre Probleme nicht selbst regeln?

In Familienpolitik investieren

In Mailand fordert die katholische Wochenschrift „Famiglia Cristiana“ mehr staatliche Unterstützung für Familien angesichts der Wirtschaftskrise:

Die katholischen Familienverbände fordern Investitionen in die Familienpolitik, vor allem heute, da die schwere Krise in erster Linie die Familien betrifft, die oft unter die Armutsgrenze sinken. In Italien ist die Lage dramatisch, aber auch in Spanien. In anderen europäischen Ländern konnte durch eine entschlossenere Politik der Krise besser begegnet werden. Es handelt sich jedoch um Entscheidungen, die in der Geschichte verankert sind und zu einer familienfreundlichen Wirtschafts- und Steuerkultur beigetragen haben. Ohne ideologische Zusammenstöße.

Kirchliche Gesänge nicht manipulieren

„The Wanderer“, die älteste katholische Zeitung der Vereinigten Staaten, wünscht mehr Sorgfalt bei der musikalischen Ausgestaltung der Messe:

Je mehr Nachdruck auf die Beteiligung der Gemeinde gelegt wird, desto weniger beteiligt sie sich. Wenn jedoch alle Dinge am richtigen Platz sind – die Schola singt das Proprium, der Priester die ihm zukommenden Teile, die Gemeinde die Messgesänge und nicht irgendetwas Hinzuerfundenes –, dann ist die Beteiligung da. Dieses Paradoxon hat eine einfache Erklärung: Es ist genau das, wozu die Kirche die Katholiken auffordert. Sie spüren es zutiefst und lehnen künstliche Strategien, Manipulationen und ideologische Programme ab, die dem Glauben widerstreben.

Arbeitslose am Pranger

Die katholische Zeitung „The Tablet“ (London) kommentiert die Pläne der britischen Regierung für Langzeitarbeitslose:

Dem Arbeitsgesetz von 1351 zufolge sollten Arbeitsverweigerer – „die Müßiggang und Lastern frönen“ – an den Pranger gestellt werden. Heute wird der Regierung vorgeworfen, etwas Vergleichbares zu planen für Menschen, die von der Wohlfahrt leben – das moderne Gegenstück zu den mittelalterlichen Almosen. Heute werden sie nicht an den Pranger gestellt, sondern sollen unbezahlte gemeinnützige Arbeit tun. Wer sich weigert, soll für drei Monate das Recht auf Arbeitslosenunterstützung verlieren. In der Öffentlichkeit sind diese Pläne unbeliebt, da unbezahlte Arbeit oft von Gerichten als Strafe auferlegt wird. So versteht man den Vorwurf – mag er auch ein wenig übertrieben sein –, dass die Regierung die Arbeitslosen kriminalisieren oder, wie der Erzbischof von Canterbury sagte, Menschen in eine „Abwärtsspirale der Unsicherheit und der Verzweiflung“ treiben will.