Pränatal-Test: Neue Selektion droht

Dernbach/Frankfurt (DT/KNA) Die Schwangerschaftsberaterinnen der Katharina Kasper-Stiftung warnen vor „neuen Formen der Selektion“ von Ungeborenen durch den vorgeburtlichen Bluttest NIPT. Dieser Pränataltest berge die Gefahr, Entscheidungen von Eltern über die „Ausschaltung von vermeintlichen Defiziten zu provozieren“, erklärte die katholische Stiftung am vergangenen Dienstag. Der nichtinvasive pränatale Test (NIPT) dient unter anderem zur Bestimmung einer Trisomie 21 (Down-Syndrom). Die Kasper-Stiftung fordert in ihrer Stellungnahme, den Bluttest allenfalls unter strengsten Bedingungen als Kassenleistung zuzulassen. Dazu gehöre eine „klare medizinische Indikation“ und die Kombination mit Ultraschall-Diagnostik durch eine pränatalmedizinische Praxis. Zudem sei bei fraglichen oder auffälligen Befunden ein unabhängiges psychosoziales Beratungsangebot erforderlich, losgelöst vom Praxisbetrieb. Eine „Normalisierung“ von selektiven Bluttests dürfe es nicht geben. Die Katharina Kasper-Stiftung betreibt psychosoziale Fachberatungsstellen zu pränataler Diagnostik.