Özkan: Bin nicht strenggläubig

Berlin (DT/KNA) Aygül Özkan (38), künftig erste muslimische Ministerin in Deutschland, hat nach eigenem Bekunden ein entspanntes Verhältnis zum Thema Religion. „Ich bin nicht strenggläubig. Aber ich feiere mit meiner Familie die islamischen Feiertage“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“ (Mittwoch). Allerdings erkläre sie ihrem Sohn auch, welche Bedeutung für Christen Weihnachten habe. „Ich finde, das ist eine gesunde, moderne Art, Religion zu praktizieren.“ Von ihrer Berufung an die Spitze des niedersächsischen Sozialministeriums war Özkan überrascht. „Damit hätte ich nie gerechnet. Aber ich habe mich natürlich sehr gefreut, und auch meine Familie ist ganz stolz“, so die Politikerin. Unterdessen hat die katholische Kirche die Berufung der ersten Muslimin in ein deutsches Landeskabinett als „Glücksfall für die Integrationspolitik in Deutschland“ begrüßt. Das sagte der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur in Hildesheim. Die türkischstämmige CDU-Politikerin Aygül Özkan (38) war am Montag als neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in der niedersächsischen Landesregierung vorgestellt worden. Als besonders bemerkenswert bezeichnete es der Hildesheimer Bischof, dass die Juristin Mitglied der CDU ist, „also einer Partei, die sich auf das christliche Menschenbild beruft“. Damit könne Özkan eine Brücke schlagen zwischen Menschen verschiedener Herkunft mit verschiedenen religiösen Überzeugungen, so Trelle. Die Berufung zeige „erfreulicherweise, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund hohe und höchste Ämter in Staat und Politik offenstehen“. Der Bischof wünschte dem neuen Kabinettsmitglied „alles Gute und eine glückliche Hand“. Die türkischstämmige Expertin für Wirtschaft, Arbeit und Integration trat nach eigenen Bekunden gerade wegen des „C“ in die CDU ein.