Muslime für Blasphemiegesetz

Islamabad (DT/KNA) In Pakistan haben am Wochenende in allen großen Städten des Landes zehntausende Muslime für eine Beibehaltung des Blasphemiegesetzes demonstriert. Zu den Massenprotesten hatten islamische Parteien und Kleriker aufgerufen, berichtete am Samstag die pakistanische Tageszeitung „The Nation“. Die Demonstranten hätten mit weiteren landesweiten Protesten und einer Belagerung des Parlaments gedroht, sollte die Regierung an ihrem Plan zur Reform des Blasphemiegesetzes festhalten. „Die Massen in einem Land, das im Namen des Islam geboren wurde, werden eine Gesetzesänderung niemals zulassen“, hieß es in den Reden führender islamischer Kleriker. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari betonte in seiner Grußbotschaft zu Weihnachten die Rechte der Christen in dem mehrheitlich islamischen Land. Die christlichen Pakistanis seien „eine loyale gesellschaftliche Gruppe“, die einen „ungeheuren Beitrag zum Fortschritt und zur Entwicklung des Landes leistet“, zitierte die regierungsnahe Nachrichtenagentur APP das Staatsoberhaupt. Weiter habe Zadari die Entschlossenheit seiner „Pakistan People's Party“ betont, zusammen mit „unseren christlichen Brüdern und Schwestern für die Rechte aller Minderheiten und benachteiligten Menschen sowie für die Etablierung einer liberalen und pluralistischen Gesellschaft in Pakistan zu kämpfen“. Anfang November war Asia Bibi von einem Gericht im Punjab als erste Frau in der Geschichte Pakistans auf Grundlage des Blasphemiegesetzes wegen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt worden. Der Ehemann der 45-Jährigen hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Die Absicht der Regierung Pakistans, das Blasphemiegesetz zu lockern, ist vorerst blockiert durch ein Gerichtsurteil, das Regierung und Parlament das Recht zu einer solchen Reform abspricht. Papst Benedikt XVI. hatte Mitte November an die pakistanische Regierung appelliert, Asia Bibi freizulassen. Bislang wurde kein Todesurteil wegen Blasphemie vollstreckt.