Menschenleben gehen vor

Der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) steht in der Kritik der Luftfahrtunternehmen, weil er die Start- und Landeverbots infolge der Aschewolke über Europa angeblich zu streng handhabe. Humbug.

Die erste Pflicht eines Politikers, der für den Verkehr zuständig ist, ist es, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. Und die wäre durch eine vorschnelle Freigabe des Luftraumes über Deutschland in Gefahr gewesen.

Andersherum wird ein Schuh aus der Kritik der Airlines: Dass sie ihre Piloten zwingen, auf Sicht zu fliegen, damit sie die Ausnahmeregelungen des Ministers nutzen können, ist unverantwortlich: Denn sie bürden den Piloten eine Verantwortung auf, die sie normalerweise nicht tragen können. Dass sie nämlich der Flugaufforderung ihrer Arbeitgeber im Interesse ihre Passagiere sich verweigern, ist bei den heutigen ökonomischen Verhältnissen in der Branche eher unwahrscheinlich – und so geraten die Piloten in ein Dilemma, das es so nicht geben dürfte. Menschenleben gehen vor, sonst nichts. sei