Lindner: CDU sucht Identität

Berlin (DT/dpa) FDP-Generalsekretär Christian Lindner sieht den Koalitionspartner CDU angesichts der innerparteilichen Kursdebatte auf Identitätssuche. „Das sage ich ohne Häme. Denn wenn Schwarz-Gelb keinen Erfolg hat, wird es in Deutschland für lange Jahre nur noch linke Mehrheiten geben“, sagte Lindner der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). „Ich selbst vermisse manchmal in der CDU die Stimmen von Friedrich Merz und Roland Koch“, sagte Lindner mit Blick auf den Ex-Unionsfraktionschef und den früheren hessischen Ministerpräsidenten, die als führende Vertreter des CDU-Wirtschaftsflügels galten. Der frühere Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“, vor allem Wähler konservativer Parteien vertrügen „zu rasche Schwenks, zu viele Unkalkulierbarkeiten, zu viele Überraschungen“ nicht. Mehrere CDU-Politiker, darunter der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel, haben die abrupte Abkehr ihrer Partei von zentralen Positionen kritisiert.

Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union laut aktuellem ZDF-Politbarometer auf 34 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als im Juli. Die SPD könnte danach unverändert mit 29 Prozent rechnen. Dagegen kämen die Grünen nur noch auf 20 Prozent (minus 2). Die FDP verharrt in der Umfrage bei 4 Prozent, die Linke liegt weiter bei 7 Prozent. Sonstige Parteien erhielten sechs Prozent (plus eins). Wenn es um die Bewertung nach Sympathie und Leistung geht, liegt der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück mit einem Wert von 1,4 (Vormonat: 1,6) weiter auf Platz eins. Es folgt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (unverändert 1,3). Knapp dahinter liegt Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) mit ebenfalls 1,3. Auf Platz fünf bleibt mit unverändert 0,9 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).