Kurden greifen Christen an

Hassake (DT/fides/om) Die Spannungen zwischen Kurden und Christen im zu weiten Teilen von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) kontrollierten Gebiet von Hassake in Nordostsyrien nehmen zu. Auslöser waren Anschläge auf zwei von Christen geführte Restaurants am 20. Dezember vergangenen Jahres. Dreizehn Christen und sechs Muslime seien bei den Anschlägen ums Leben gekommen, so der syrisch-katholische Erzbischof von Hassake-Nisibi, Jacques Behnan Hindo. Sie wüssten jedoch nicht, wer die Anschläge verübt habe. Der Erzbischof vermutet kurdische Terroristen, da die Art, wie das Attentat verübt wurde, untypisch für den IS gewesen sei. Nach den Anschlägen stellten die sogenannten Sootoro-Selbstverteidigungsgruppen Straßensperren auf, die die von syrischen und assyrischen Christen bewohnten Gebiete schützen sollten. Am Dienstag dieser Woche wurde eine solche Straßenblockade in der Stadt Kamischli von kurdischen PYD-Milizen angegriffen, nachdem sich die Christen geweigert hatten, sie abzubauen. Dabei starben ein Christ und drei Kurden. „Hinter diesen Spannungen“, so Erzbischof Hindo, „verbirgt sich die Strategie der Kurden, die ihre Stellungen ausbauen und die Unabhängigkeit im künftigen Kontext einer vom Konflikt verwüsteten Region fordern wollen.“ Christliche Selbstschutz-Gruppen arbeiteten mit der syrischen Regierung zusammen, fügt der Erzbischof an. „Und werden deshalb auch von Kurden angegriffen“, so Erzbischof Hindo weiter.

Derweil haben Verbände assyrischer Christen in Europa die kurdischen Angriffe scharf verurteilt. In einer gemeinsamen Stellungnahme werden die kurdischen Einheiten aufgefordert, von Angriffen auf christliche Selbstverteidigungsmilizen künftig abzusehen und sich nicht in die Angelegenheiten assyrischer Christen einzumischen. Nach den Anschlägen auf christliche Restaurants liege es auf der Hand, dass christliche Selbstverteidigung nötig sei. Die Kurden sollten das Selbstbestimmungsrecht der assyrischen Christen respektieren.