Kommentar: Nicht nur ein Sendungstitel

Von Stefan Meetschen

Sie sind überall: In Fernsehserien, in Talk-Shows, auf Partei- und Kirchentagen. Überall kämpfen Menschen, die sich selbst als homosexuell veranlagt empfinden, lautstark um ihre Rechte. Sie wollen nicht diskriminiert werden. Als Kranke, als Menschen zweiter Klasse. Zu lange schon, so der gewöhnliche Anklagegestus, herrsche in Deutschland und Europa ein Klima der Homophobie vor. Sprich: Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit.

Nun sei die Zeit reif für Toleranz. Auch in der Sendung „Hart aber fair“ wurde Anfang der Woche in dieser Intention gestritten. Zum Zeichen der Ausgewogenheit waren auch zwei christliche Diskussionsteilnehmer eingeladen: Der Publizist Martin Lohmann und die Journalistin Birgit Kelle. Ruhig und sachlich stellten beide ihre Sichtweise dar. Hart, aber fair – so wie es die Regeln der Sendung verlangen. Leider ging es auf dieser Ebene des Respekts und der Achtung der menschlichen Würde nach Sendeschluss nicht weiter. In vielen säkularen Medien wurden die Vertreter des christlichen Standpunkts zur Homosexualität als weltfremd gebrandmarkt und mit Kübeln des Zorns und des Spotts übergossen. Ein WDR-Journalist verstieg sich sogar zu einer wüsten Twitter-Beschimpfung von Birgit Kelle als „Hexe“.

Inzwischen hat sich der Lärm in den Feuilletons und Medienseiten wieder etwas gelegt, der Journalist hat sich entschuldigt und Birgit Kelle die Entschuldigung angenommen, doch eine gewisse Schockstarre bleibt. Wie ernst sind die Rufe nach Toleranz und einem Ende der Diskriminierung wirklich zu nehmen angesichts einer derartigen Hass-Rede gegenüber Christen? Wie homophob ist diese Gesellschaft tatsächlich? Ist es nicht vielmehr so, dass die Christen im Namen von Homo-Rechten und Homo-„Ehe“ aufs heftigste attackiert werden? Auf immer mehr kirchliche Einrichtungen wird massiver weltanschaulicher Druck ausgeübt, welcher der Religionsausübung entgegensteht. „Hart aber fair“ funktioniert gut als Sendungstitel – höchste Zeit, dass diese Regel auch im gesellschaftspolitischen Diskurs verwirklicht wird.