Würzburg

Kommentar : Im Reich der Lüge

Die Abtreibungslobby besitzt einen Geburtsfehler. Sie liebt die Lüge. Belege dafür gibt es wie Sand am Meer.

Abtreibungsgegner demonstrieren
Das Lebensrechtler in die "rechtsextreme Ecke" gerückt werden, ist lachhaft. Foto: Paul Zinken (dpa)

Die Abtreibungslobby besitzt einen Geburtsfehler. Sie liebt die Lüge. Belege dafür gibt es wie Sand am Meer. Zu den folgenreichsten zählt hierzulande, dass viele der 374 Frauen, die 1971 ihre Unterschrift unter die „Stern“-Kampagne „Wir haben abgetrieben“ setzten, in Wirklichkeit nie gegen den Paragrafen 218 Strafgesetzbuch verstoßen hatten. Und auch „Jane Roe“, die in Wirklichkeit Norma McCorvey hieß und deren „Fall“ vor dem US-Supreme Court verhandelt wurde und zur Legalisierung vorgeburtlicher Kindstötungen in den USA führte, war weder vergewaltigt worden, noch wollte sie abtreiben.

Die Abtreibungslobby braucht neue Narrative, um ihr Ziel zu maskieren

Wer weiter zurückgeht, landet bei Ernst Haeckel. Der Zoologe, Eugeniker und Wegbereiter der NS-Rassenhygiene suchte mit gefälschten Darstellungen seine heute widerlegte „biogenetische Grundregel“ zu stützen. Ihr zufolge wiederholten Lebewesen während ihrer embryonalen Entwicklung „gedrängt und gekürzt“ die „Stammesentwicklung“.

Da aber die Wirklichkeit bisweilen zurückschlägt, Lügen aufgedeckt werden und 3D-Ultrallschalltechnik heute sichtbar macht, dass bei einer Abtreibung weder „Schwangerschaftsgewebe“, noch eine Froschlurche beseitigt, sondern ein Mensch getötet wird, benötigt die Abtreibungslobby neue „Narrative“, um ihr Ziel – die Akzeptanz von Abtreibung als Mittel der Geburtenregelung – zu maskieren.

Nicht die Lebensrechtler, die Abtreibungslobby ist international vernetzt

Deswegen rückt sie Lebensrechtler jetzt in die „rechtsextreme Ecke“ und behauptet, diese seien international vernetzt. Das wäre fast lachhaft. Denn welcher Nazi würde – wie Lebensrechtler dies tun – alle Hebel in Bewegung setzten, um etwa einer schwangeren Migrantin zu helfen, ihr Kind in Deutschland zu bekommen? Die bittere Pointe ist nur: Es ist umgekehrt. Pro Familia in Deutschland und Planned Parenthood in den USA wurzeln in der „American Birth Control League“, gegründet 1921 von Magaret Sanger, einer Eugenikerin, die für Geburtenkontrolle und Zwangsterilisationen eintrat.