Kommentar: Glaube, Gebet und MEHR

Von Stefan Meetschen

Stefan Meetschen. Foto: DT

Es ist ja derzeit nicht so, dass die Welt vor guten Nachrichten zu platzen droht: die Sicherheit Deutschlands und Europas wird von außen ebenso bedroht wie von innen, einigermaßen zurechnungsfähige Politiker findet man in allen Weltgegenden aktuell am schnellsten in den Geschichtsbüchern, dazu zirkulieren im Social Media-Äther mit unschöner Regelmäßigkeit Meldungen zum kirchlichen Leben, die für Außenstehende alles andere als einladend wirken müssen. Einladend zur Nachfolge Jesu Christi, die Quintessenz des christlichen, des katholischen Glaubens.

Umso dankbarer kann man in dieser eher dunklen Zeit für das „Gebetshaus“ in Augsburg sein, das unter der Leitung des promovierten Theologen Johannes Hartl, der auch Autor dieser Zeitung ist, zur jährlichen „MEHR“-Konferenz einlädt, die vom 5. bis 8. Januar im Augsburger Messezentrum stattfindet. Rund 10 000 Konferenz-Teilnehmer werden dieses Jahr erwartet. Zu Gebet und Gesprächen, Gottesdienst und Eucharistiefeier, Vorträgen und Musik. Nicht schlecht für eine Einrichtung, die erst zehn Jahre existiert und von Anfang an auf das setzte, was das individuelle und kollektive Christsein im Innersten zusammenhält: das Gebet. Denn, wie Hartl bei Facebook schreibt: „Alles Echte wird im Gebet geboren.“ Die „MEHR“-Konferenz sei eigentlich auch „nur der ,Überfluss‘ von 8 700 Stunden Gebet seit der letzten MEHR“. Kaum einer wisse, „wie viele Nachtstunden dafür gebetet wurde, dass Gottes Wille geschieht“. Das Gebet sei „das Eigentliche, das Herzstück“.

So einfach, so wahr ist es wohl: das Geheimnis dieses geistlichen Aufbruchs, der für die Kirche ein Zeichen der Ermutigung ist. Was nicht heißt, dass das Gebetshaus und seine Konferenz nicht auch Kritiker hätten. Manchen ist das alles zu ökumenisch, andere finden keinen Zugang zu den dort praktizierten charismatischen Gebetsformen. Doch selbst Kritiker müssen zugeben: Die Früchte sind gut. Viele junge Menschen haben dank des Nonstop-Gebets des Gebetshauses und seiner soliden Lehre zum Glauben gefunden. Bitte mehr davon. MEHR!

Stefan Meetschen. Foto: DT