Israel behält Beziehungen bei

Jerusalem (DT/KNA) Das israelische Außenministerium erwägt nach Aussagen seines Sprechers Igal Palmor nicht den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan. Palmor widersprach damit am Sonntag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) dem israelischen Religionsminister Jitzhak Cohen. Dieser hatte im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gedroht, Israel könne wegen der Aufhebung der Exkommunikation des Traditionalisten-Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson seine diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abbrechen. Solche Äußerungen seien die persönliche Meinung des Religionsministers, sagte Palmor der KNA. Über die diplomatischen Beziehungen Israels entscheide jedoch das Außenministerium, und dort stehe der Abbruch der Beziehungen zum Heiligen Stuhl „nicht auf der Tagesordnung“. Auch der israelische Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, sagte der „Bild am Sonntag“: „Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan waren, sind und werden immer sehr wichtig sein für Israel, und ich denke, auch für den Vatikan.“ Unterdessen distanzierte sich der Vatikan erneut von jeder Leugnung des Holocaust. „Sicher ist aber, dass wer auch immer die Shoah leugnet, nicht nur historischen Unsinn behauptet, sondern auch nichts versteht vom Mysterium Gottes noch von Christus am Kreuz“, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi der „Bild“. Das Magazin „Focus“ berichtete unterdessen, Bischof Richard Williamson dürfe bei der deutschen Piusbruderschaft nicht mehr auftreten. Am 30. Mai habe der britische Geistliche im Priesterseminar in Zaitzkofen (Kreis Regensburg) Diakone weihen wollen. „Wir haben ihm mitgeteilt, dass wir ihn hier nicht mehr sehen wollen und dass er die Weihen nicht mehr durchführen darf“, sagte der Regens des St. Pius-Priesterseminars, Stefan Frey. Mit seinem jüngsten Interview habe der Bischof den Pontifex „vor den Kopf“ gestoßen“, hieß es. Gegen Williamson ermittelt auch die deutsche Justiz wegen Holocaust-Leugnung.