Israel attackiert im Gazastreifen

Tel Aviv/Gaza (DT/dpa) Israels Luftwaffe hat nach einem Raketenangriff militanter Palästinenser Dutzende Ziele im Gazastreifen bombardiert. Eine Militärsprecherin in Tel Aviv bestätigte am Montag, Kampfjets hätten in der Nacht Stützpunkte der islamischen Hamas im Norden der Küstenenklave angegriffen. Nach Angaben des Gesundheitsministerium in Gaza wurden dabei mehrere Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Es handele sich um eine Reaktion auf einen Angriff aus dem Gazastreifen am Sonntag, sagte die Sprecherin. In der israelischen Grenzstadt Sderot war eine Rakete eingeschlagen. Dabei gab es keinen Sachschaden und niemand wurde verletzt. Der ehemalige israelische Luftwaffenchef Elieser Marom sagte der Nachrichtenseite „ynet“ am Montag, es handele sich um eine härtere Reaktion Israels als üblich. Avigdor Lieberman wolle als neuer Verteidigungsminister offenbar „die Spielregeln verändern“. Israel wolle der Hamas als Machthaber im Gazastreifen signalisieren, dass es keinerlei neue Raketenangriffe akzeptieren werde. Ein ranghoher Militär sagte der Nachrichtenseite, es handele sich um den „härtesten Schlag gegen Hamas“ seit dem Gaza-Krieg vor zwei Jahren. Gleichzeitig betonte er, Israel sei nicht an einer weiteren Eskalation der Lage interessiert.

Im Falle einer Parlamentswahl in den Palästinensergebieten würden aktuell mehr Menschen für die Fatah-Partei stimmen als für die Hamas. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die das Israelische Institut für Demokratie und das Palästinensische Zentrum für Politik- und Meinungsforschung am Montag in Jerusalem vorgestellt haben. Für Anfang Oktober sind Kommunalwahlen im Westjordanland und dem Gazastreifen angesetzt. Sie gelten als Stimmungstest für Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah). Es wären die ersten Kommunalwahlen im Gazastreifen seit mehr als zehn Jahren. Seit 2006 hat es in den Palästinensergebieten keine Parlamentswahlen gegeben. Nach der Umfrage käme die Fatah auf 34,4 Prozent, die Hamas auf 30,5 Prozent.