Würzburg

Islam in Deutschland: Die Basis ist das Grundgesetz

Die in der Türkei geborene Soziologin Necla Kelek kämpft seit Langem für die Rechte der Frauen. Im Interview kritisiert sie die in Deutschland tätigen Islam-Verbände.

Die deutsche Fahne weht neben einem Minarett
Der Islam in Deutschland muss stärker durch den Staat geregelt werden, sagt Necla Kelek. Foto: Peter Kneffel (dpa)

"Die Verbände sagen auf der einen Seite, an erster Stelle stehen Allah und seine Gebote, danach kommt erst das Grundgesetz. Auf der anderen Seite berufen sie sich mit dieser Argumentation aber auf das Grundgesetz und die dort verankerte Religionsfreiheit , die es ihnen erlaubt, Allah über alles zu stellen. Das ist eine paradoxe Situation, die dazu geführt hat, dass kein Wertekonsens gefunden wurde." Necla Kelek ist eine Kritikerin der aus ihrer Sicht zu konservativen Islam-Verbände in Deutschland.

Kelek plädiert für stärkere Rolle des Staates

Für die sich selbst als säkular verstehende Soziologin und Publizistin behindern die Verbände die Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft. Kelek plädiert dafür, dass der Staat eine stärkere Rolle übernehmen müsse. Er könne eine Plattform bieten, "auf der sich alle muslimischen Strömungen begegnen und austauschen können, säkulare, liberale, gemäßigte".

Kelek ist Mitglied des Vorstandes  von "Terres des femmes", einer Organisation, die sich für Frauenrechte einsetzen will. In der letzten Woche hat die Organisation ein juristisches Gutachten veröffentlicht. In dem wird dafür plädiert, ein Kopftuchverbot bei Kindern zu verhängen.

DT/sesa

Lesen Sie im Interview, wieso Kelek glaubt, dass vor allem die Frauenrechte durch den konservativen Islam gefährdet werden und wie aus ihrer Sicht Frauen besser geschützt werden könnten. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.