Hammer bleibt Schatzmeister

München (DT/reh) Die Entscheidung des Bezirksvorstands der Münchner CSU, ihren Schatzmeister, den Immobilienunternehmer Hans Hammer, im Amt zu belassen, ist bei Münchner Mitgliedern des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU und bei Lebensrechtlern auf Kritik und Unverständnis gestoßen. Hammer war in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass seine Immobilienfirma Deutschlands bekanntestem Abtreibungsarzt Friedrich Stapf im Gesundheitszentrum Medicare in München-Freiham Praxisräume vermietet hatte. EAK-Mitglieder hatten daraufhin die Absetzung Hammers beantragt. Der Bezirksvorstand der Münchner CSU lehnte den Antrag nun einstimmig an.

„Den Verlust an Glaubwürdigkeit muss der CSU-Bezirksverband München verantworten“, zitiert die evangelische Nachrichtenagentur idea den Ehrenvorsitzenden des EAK München, Jürgen Steffan. „Die Ablehnung der Amtsenthebung durch den CSU-Ortsverband von Hans Hammer verwundert und enttäuscht“, erklärte die bayrische Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Christiane Lambrecht, in einer Pressemitteilung. „Die hier entgegen den Grundsätzen der CSU handelnden Parteimitglieder beschädigen die Glaubwürdigkeit der CSU“, so Lambrecht weiter. Das Argument, Herr Hammer handele bei der Vermietung der Praxisräume an den Abtreibungsarzt Stapf lediglich als Privatperson, verfange nicht. „Denn wer sich öffentlich bekennt, moralisch verwerflich nur privat – ja eigentlich beruflich – zu handeln, und das von der Politik strikt getrennt zu halten, bringt seine Partei in schweren Verruf.“ Selbstverständlich sei die Gewerbefreiheit ein hohes und schutzwürdiges Rechtsgut. „Problematisch“ werde es jedoch, „wenn diese Freiheit gegen den Schutz des menschlichen Lebens und damit gegen elementare Grundsätze der CSU verstößt. Abtreibung, die Tötung von Kindern vor der Geburt, ist in keinem Fall ein schützens- und unterstützenswertes Gewerbe!“, so Lambrecht.