Gnadenloser Populist

Die Taktik ist mal wieder schlau gewählt. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders dreht einen neuen Streifen in seiner Reihe antiislamischer Filme, der aber vor den Wahlen am 9. Juni nicht mehr gezeigt werden könne. So versucht er dem Vorwurf auszuweichen, den Film für den Wahlkampf zu instrumentalisieren und tut es dennoch. „Spektakulär“ soll der Film „Fitna 2“ werden, wie Regisseur Wilders selbst sagt und seine Anhänger sind damit mobilisiert. Angeblich kann der Film aber vor den Wahlen nicht mehr fertiggestellt werden.

Wilders macht das, was Populisten eben machen: Sie spielen mit der Phantasie ihrer Anhänger. Darum streut er schon mal die Reizthemen, mit den sich „Fitna 2“ beschäftigt. Er weiß, was Angst macht: „Masseneinwanderung aus islamischen Ländern“ und die „Islamisierung Europas“. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch zunehmende Islamisierung des Landes gehört ebenso dazu wie die Gesetzgebung der Scharia. Zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Islam trägt das alles nicht bei. Dafür spricht nicht zuletzt, dass die Personenschützer von Wilders kaum noch wissen, wie sie die Sicherheit des Politikers gewähren können. Morddrohungen von islamischen Extremisten hat er schon häufiger erhalten. Denn Wilders provoziert Krawall, und der könnte auch ihn treffen. Dabei gehört das Verhältnis zum Islam zu den wichtigen Themen des heutigen Europa. Der Papst hat ein großes Beispiel hiervon gegeben.

Fitna heißt Trennung oder Zweispalt. Das war schon die Stoßrichtung im ersten „Fitna“-Film, wo der Koran als blutrünstige Ideologie von Extremisten dargestellt wurde. Je mehr Macht Wilders gewinnt, desto mehr wird er Europa schaden. Ein ausgewogener Dialog mit dem Islam ist aber dringend nötig. AR