Glosse: Weltuntergang verschoben

Von Guido Horst

Etwas Zeit bleibt also noch. Nachdem der amerikanische Prediger Harold Camping Weltuntergang samt Jüngstem Gericht für den 21. Mai vorhergesagt hatte, seine Anhänger am Samstag aber in die Röhre schauen mussten, meldete sich der 89-Jährige jetzt wieder zu Wort: Er habe sich um fünf Monate verrechnet, das Ende alles Irdischen vollziehe sich am 21. Oktober. Und wenn das wieder in die Hose geht, erwartet uns ja noch das Jahr 2012. Dann ist Schicht im Schacht nach einer alten Maya-Prophezeiung, am 21. Dezember endet alles irdische Leben. Der Filmregisseur Roland Emmerich hat sich an dem Thema schon abgearbeitet und den Endzeit-Streifen „2012“ vorgelegt, die Fakten also sind hinlänglich bekannt. Weltuntergangsszenarien stehen derzeit hoch im Kurs und in Italien griff jetzt auch Silvio Berlusconi zu diesem Mittel. Sollten bei der Stichwahl in Mailand am kommenden Sonntag und Montag die Linken das Rathaus erobern, so der Regierungschef, würde in der Hauptstadt der Lombardei zunächst die größte Moschee der Welt gebaut. Anschließend sei damit zu rechnen, dass die Linken alle Zigeuner Italiens dort ansiedelten, Mailand würde in „Zigeunopolis“ umbenannt. Auch würden die kommunalen Steuern ins Unermessliche steigen, die Stadt sei als Zentrum der Homosexuellen auserkoren, Müll werde sich anhäufen wie in Neapel (wo die Linken seit zwanzig Jahren an der Regierung sind), Muslime zögen mordend durch die Straßen und die sich dann schnell ausbreitenden Flüchtlingslager und sozialen Brennpunkte würden Indoktrinationszentren der kommunistischen Agitation. Tja, Harold Camping kann seinen Weltuntergang immer wieder verschieben. Berlusconi kann das nicht. Wir werden genau hinschauen, was geschieht, wenn die Linke in Mailand gewinnt.