Glosse: Spaniens Royals: Adiós Sofía!

Von Regina Einig

Tränen der Rührung fließen in dieser Spalte äußerst selten, doch das Schicksal der spanischen Royals lässt uns in diesen Tagen nicht kalt. Nicht etwa, weil sich nach dem Rücktritt von Juan Carlos ein Großwildjäger weniger auf Staatskosten bei Banketten tummelt. Aber bis heute ist es uns nicht vergönnt, eine aufrichtige Würdigung des Königs zu Gesicht zu bekommen, dessen Stärken sich in fünf Buchstaben zusammenfassen lassen: Sofía. Das Beste an diesem Mann ist seine Frau.

Ihretwegen sitzen wir jetzt am Schreibtisch, statt faule Tomaten in den Koffer zu packen und in Madrid für die Abschaffung der Monarchie auf die Straße zu gehen. Denn als einziges Mitglied der Königsfamilie hat Sofía unter der Regierung Zapatero geputscht und öffentlich Klartext für das Lebensrecht ungeborener Kinder gesprochen. Solche Frauen braucht ein Land, dessen König seiner Jagdlust frönt, während durchgeknallte Sozialisten eine Bastion des Lebensschutzes nach der anderen schleifen.

Hoffentlich denken die Hüter der spanischen Verfassung mit. Spanien braucht jetzt ein Abdankungsgesetz mit Sofía-Klausel. Juan Carlos könnte seine alten Tage hüftschonend im Gebet beschließen, wie weiland der gichtleidende Karl V. – Kloster Yuste ist frei. Der von Hofschranzen und spanischem Hofzeremoniell entlasteten Königin ließe die Option Yuste Spielräume für Pro-Life-Aktivitäten. Und wir hätten Aussicht auf eine neue Schlagzeile: „Spanische Infantinnen demonstrieren mit Oma für das Leben“.