Gericht stoppt Zwangsabtreibung

London (DT/malu) Großbritannien sorgt zurzeit der Fall einer Schwangeren mit geistiger Behinderung für Aufregung. Nachdem ein Gericht für die Angelegenheiten Schutzbefohlener zunächst entschieden hatte, dass die geistig zurückgebliebene Frau, die sich in der 22. Schwangerschaftswoche befindet, ihr Kind abtreiben lassen müsse, hat ein Berufungsgericht das Urteil nun aufgehoben. Britischen Medienberichten zufolge äußerten sich die Richter noch nicht detailliert zu ihrer Entscheidung, sprachen jedoch von einem „einzigartigen“ Fall. Eine Begründung solle zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Die Richterin am Gericht für die Angelegenheiten Schutzbefohlener hatte zuvor erklärt, eine Zwangsabtreibung sei „im besten Interesse“ der Schwangeren. Diese hatte das Kind jedoch behalten wollen. Auch ihre Mutter sowie ein sozialer Betreuer waren gegen eine Abtreibung, die Mutter aufgrund ihres katholischen Glaubens. Die zuständigen Ärzte hatten argumentiert, dass sowohl eine natürliche Geburt wie auch ein Kaiserschnitt der mentalen Verfassung der Schwangeren massiv schaden könnten. Die Schwangere, über deren Identität nichts bekannt ist, soll sich auf dem mentalen Stand einer Neunjährigen befinden und bei ihrer Mutter wohnen. Diese habe angeboten, sich nach der Geburt um das Baby zu kümmern. Wer der Vater ist, ist offenbar unklar. Die Polizei untersucht die Umstände, wie es zur Schwangerschaft kam. Britischen Medien zufolge soll die Schwangere in den Zwanzigern und von nigerianischer Herkunft sein.