Washington, D.C.

Gastkommentar: Trumps Corona-Gefahr

Die Auswirkungen der Pandemie werden die US-Wirtschaft weiter schwächen und damit Trumps Wahlkampf-Mantra zerstören. Davon könnte sein Herausforderer Joe Biden profitieren.

Coronavirus - die Folgen für Trump
Die politischen Probleme Trumps werden mit der Schwere der Gesundheits- und Wirtschaftskrise wachsen. Foto: Evan Vucci (AP)

Dass Donald  Trumps Umfragewerte in der Corona-Krise zulegten, ist keine Überraschung: In Zeiten äußerster Bedrohung kommt dem US-Präsidenten die Rolle des Schutzpatrons zu. Er steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die er, zumal in einem Wahljahr, politisch nutzen könnte. Doch sein offensichtlicher Mangel an Empathie-Fähigkeit und sein unprofessionelles Krisenmanagement bieten seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden eine Chance.

Chance für Trumps Herausforderer

Denn die politischen Probleme Trumps werden mit der Schwere der Gesundheits- und Wirtschaftskrise wachsen. Die Auswirkungen der Pandemie werden die US-Wirtschaft weiter schwächen und damit Trumps Wahlkampf-Mantra zerstören. Ist Trump doch bisher mit steigenden Kursen an der Wall Street und den historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen auf Stimmenfang gegangen.

Aber all das wird sich dramatisch verschlechtern – und das mitten im Wahlkampf, vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November.
Diese Entwicklung böte eine Chance für Trumps Herausforderer Joe Biden. Eine Verschärfung der Corona-Pandemie sowie der Unsicherheiten der US-Wirtschaft und nicht zuletzt auch Trumps unprofessionelles Krisenmanagement könnten einen Stimmungsumschwung bewirken, die Experimentierlaune der Amerikaner dämpfen und dem steteren Biden in die Karten spielen.

Biden steht für Beständigkeit und Zuverlässigkeit

Bidens Biografie und Persönlichkeit stehen für Beständigkeit und Zuverlässigkeit – Qualitäten, die ihm gegen den sprunghaften und unberechenbaren Donald Trump im Hauptwahlkampf zum Wahlsieg verhelfen könnten.

Der Autor ist USA-Experte und Leiter des Programms USA/Transatlantische Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Außerdem veröffentlicht  der Politikwissenschaftler regelmäßig aktuelle Analysen auf seinem Blog im Netz: usaexperte.com

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