Gastkommentar: Lebensschutz: Demo gestört

Von Felizitas Küble

Am Samstag zogen etwa 150 Lebensrechtler mit weißen Holzkreuzen durch die Innenstadt von Münster, um für das Lebensrecht aller Menschen einzutreten und um für schwangere Frauen und Mütter in Not zu beten, damit sie mit Gottes Hilfe ihr ungeborenes Baby lieben lernen und leben lassen. Zugleich erinnerte der Gebetszug an den tapferen Kardinal von Galen, geboren am 16. März 1878, der als Bischof von Münster der NS-Diktatur trotzte und sich vor allem für das Lebensrecht der Behinderten einsetzte. Wie bereits in den Jahren zuvor wurde der friedliche, betende und singende Prozessionszug von Randalierern massiv gestört, zu denen neben radikal-feministischen Gruppen und der Homosexuellen-Lobby auch die linksextreme Antifa „Antifaschistische Aktion“ gehörte. Das „Frauenreferat“ des ASTA der Uni Münster hatte ebenfalls zu Störaktionen aufgefordert. Unter dem Titel „Nazis stoppen, fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen abservieren“ hat auch das marxistische Netzwerk „Edition Assemblage“ aus Münster zu Störaktionen aufgerufen. In dem Appell unter dem Motto „Wir stören gerne“ wurden „Nazis“ und Lebensrechtler mehrfach völlig absurd und unfair in einen Topf geworfen.

Viele der gegrölten Parolen wie etwa „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ oder „Abtreibung ist Frauenrecht“ sind seit langem stets dieselben. Doch der besonders üble Ruf „Nieder mit Jesus“, den auch viele Frauen unter den Störern mitgeschrien haben, zeigt, welcher Verblendung diese Leute anheimfallen. Die dreistündige Mahnwache der Lebensrechtler, die von der Vereinigung „EuroProLife“ organisiert wurde, konnte trotz lautstarker Proteste ihren Zug vom Marienplatz bis zum Paulus-Dom im wesentlichen ungehindert durchführen, weil die starke Präsenz der Polizei – darunter mehrere dutzend Mannschaftswagen und hunderte Beamte – die Kreuze-Aktion der Christen wirksam schützte. Die Aktion fand am Kardinal-von-Galen-Denkmal auf dem Domplatz ihren Abschluss, geleitet von Wolfgang Hering, dem Vorsitzenden von EuroProLife. Hering betonte, der beste Weg zur Überwindung von Gottlosigkeit und Verblendung sei nicht die Überredung, sondern die christliche Liebe, die sich auch in der Fürbitte zeigt, nicht zuletzt im Gebet für die Gegenseite.

Das Beispiel von Galens möge uns anspornen, auch heute für die unantastbaren Menschenrechte einzutreten. Christen und alle Menschen guten Willens wollen und sollen leben und leben lassen, aber nie das Leben hassen!

Die Autorin ist Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster