Gastkommentar: Gründliche Prüfung

Werte der Einrichtungen und Dienste müssen erkennbar bleiben. Von Hans Jörg Millies

Der Deutsche Caritasverband sieht seine Einrichtungen und Dienste nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 25.10.2018 zum Fall Egenberger in der Pflicht, noch gründlicher zu prüfen und zu dokumentieren, ob und wann eine Religionszugehörigkeit tatsächlich eine zu rechtfertigende berufliche Anforderung ist (Siehe dazu auch Seite 5 und Seite 28). Hier muss konsequent der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und Nachvollziehbarkeit angewendet werden, um der Überprüfung durch ein weltliches Gericht standzuhalten.

Es dürfte spannend werden zu verfolgen, ob die kirchlichen Arbeitgeber und die staatlichen Richter(innen) hier immer zu derselben Auffassung gelangen.

Bei Leitungspositionen wird das leichter sein, weil diese die Prägung von Einrichtungen und Diensten maßgeblich gestalten.

Unabhängig von der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes werden Einrichtungen und Dienste der Caritas weiterhin ihre Identität als kirchliche Einrichtung gestalten. Entscheidend für den Deutschen Caritasverband ist, dass der kirchliche Charakter und die christlichen Werte der Einrichtungen und Dienste erkennbar bleiben. Dies kann nicht allein von der Kirchenzugehörigkeit der Mitarbeitenden abhängen.

Der Autor ist Personal- und Finanzvorstand des Deutschen Caritasverbandes.